Wie einst die Konsum-Regale gefüllt wurden:

Sie lassen das Kaufhaus noch mal auferstehen

Es war die Zeit der Mangelware. Aber die Frauen aus dem Konsum-Kaufhaus wussten sich zu helfen, um die Regale zu füllen. Sie reisten nach Berlin und Neubrandenburg. Die neueste Mode zeigten sie bei Schauen auf den Dörfern.

In gemütlicher Runde plauschen die ehemaligen Mitarbeiterinnen des Konsum-Kaufhauses über alte Zeiten.
Gudrun Herzberg In gemütlicher Runde plauschen die ehemaligen Mitarbeiterinnen des Konsum-Kaufhauses über alte Zeiten.

 „Ich habe 1952 im Konsumkaufhaus angefangen, damals erst noch am Packtisch“, erinnert sich Ingrid Czarske. Die 81-Jährige gehört zum Urgestein in der Runde der ehemaligen Konsum-Frauen aus Demmin. Einmal im Jahr treffen sie sich, immer am letzten Novemberwochenende. Das hat schon Tradition.

Aber das Kaufhaus in Demmin gibt es nicht mehr. Doch die Frauen halten immer noch Kontakt zueinander. 28 Frauen und ein Mann sitzen in der Runde im Bootshaus in der Fritz-Reuter-Straße. „Den Raum können wir für unsere Treffen nutzen. Und von den einst 37 Mitarbeitern kommen immer fast 30, das ist schon eine gute Sache“, sagt Monika Ehrich, einst Kaufhaus-Leiterin. Sie hält die Truppe immer noch zusammen.

Der Tisch ist weihnachtlich gedeckt, die Torten stehen drauf, es wird erzählt, viel erzählt: „Wie geht es Dir? Wie ist es Dir in der letzten Zeit so ergangen? Weißt Du noch, was es früher alles in unserem Kaufhaus gab?“. Als nach der Wende die Jola-Kette das Konsumkaufhaus übernahm, hatte es noch ein paar Jahre Bestand. 1996 schloss es dann endgültig die Türen und seit dieser Zeit steht es auch leer. Schade, finden auch die Frauen. „Wir haben aber beschlossen, uns weiterhin zu treffen. Zuerst war das bei mir zu Hause, das wurde aber bald zu klein. Jetzt haben wir am Wasserwanderrastplatz einen Raum gefunden“, sagt Monika Ehrich. Auch Udo Heidemann kommt zum Treffen, er ist der einzige Mann und hat selbst für einige Jahre das Kaufhaus geleitet. „Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie die Ware durch eine Kellerluke von der Straße aus ins Kaufhaus kam. Und dann musste eine ganze Menge bis ins Lager unterm Dach geschleppt werden“, erzählt Monika Ehrich. Sie begann 1958 ihre Lehre im Konsum-Kaufhaus. Damals gab es dort noch Möbel, Teppich und auch Haushaltswaren. Ware war oft rar, aber man wusste sich zu helfen, damit die Regale gefüllt waren. „Wir hatten gute Beziehungen zum Kleiderwerk in Altentreptow. Da wurden Herrenanzüge für den Export genäht. Davon bekamen auch wir etwas ab“, erinnert sich Monika Ehrich. Auf die Dörfer zog man mit Modenschauen. Am zweiten Advent kann man ab 10.30 Uhr im Museum auch etwas über die Konsumträume erfahren.

 

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