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Siedenbrünzows Kirche ist nicht ganz dicht

Die Kirche in Siedenbrünzow braucht dringend ein neues Dach. Zuletzt hat Orkan "Xaver" wieder Ziegel heruntergerissen. Die Christvesper mit Krippenspiel am 24. Dezember muss aber  nicht ausfallen. Es ist dicht jedenfalls von oben.

Das Dach der Siedenbrünzower Kirche muss dringend gemacht werden. Bei jedem Sturm entstehen Schäden, zuletzt sind wieder Dachziegel heruntergefallen. Weihnachten vor zwei Jahren hat es hineingeschneit.
Kirsten Gehrke Das Dach der Siedenbrünzower Kirche muss dringend gemacht werden. Bei jedem Sturm entstehen Schäden, zuletzt sind wieder Dachziegel heruntergefallen. Weihnachten vor zwei Jahren hat es hineingeschneit.

Gerd Panknin kann sich noch gut erinnern, als es vor zwei Jahren Weihnachten durchs Dach der Kirche geschneit hat. Wie damals hält er auch an diesem Heiligabend die Christvesper in Siedenbrünzow, und er hofft, dass es nicht all zu stürmisch werden wird. „Nach jedem Sturm haben wir Schäden“, sagt der Demminer Propst.

Auch „Xaver“ hatte wieder Dachziegel heruntergerissen. Die Kirche ist soweit dicht. Weihnachten kann kommen, aber bitte ohne Orkan. Die Schäden zeigen, wie dringend das Dach erneuert werden muss. Die Kirchengemeinde hofft, dass im nächsten Jahr saniert werden kann. „Ein Projekt haben wir gemacht“, erklärt Panknin. Fördermittel sind beantragt. Einnahmen aus Konzerten gehen in den Spendentopf. Auch aus dem Weihnachtskonzert am Sonnabend mit dem A-capella-Chor Demminer Land, dem Klenzer Männerchor und dem Klenzer Bläserquintetts soll ein Teil des Erlöses für die Sanierung der Kirche verwendet werden. Die Siedenbrünzower seien da sehr rührig, ausreichend Spenden zusammenzubekommen. Im Frühjahr holte Bärbel Kurth das Harfenorchester „Arpeggio“ ins Dorf, in dem sie selbst mitspielt. Das Ensemble gab ein Benefizkonzert, bei dem kamen 500 Euro zusammen. Die Gemeinde Siedenbrünzow will sich mit 5000 Euro beteiligen und stellt entsprechend das Geld in den neuen Haushalt ein. Panknin ist guter Hoffnung, dass bald Handwerker anrücken können.

Vom Grunde her müssen die gesamte Grundsubstanz, Fenster und Außenhaut, von der Statik her die Pfeiler neu gemacht werden. Die Fundamente sind teils weggebrochen, im Gemäuer gibt es Risse. Das Konzept für eine Grundsanierung geht erst mal von 450 000 Euro aus.

Die Kirche in Siedenbrünzow sei etwas Besonderes, erklärt der Propst. Im 19. Jahrhundert war das Gotteshaus im Dorf abgebrannt und wurde neu wieder aufgebaut, hat deshalb einen neugotischen Stil. Die Kirche hat einen Westturm aus Backstein mit Dachreiter – auf dem Dachfirst ein  hölzernes Türmchen. Der Chor wurde angebaut. „Etwas Besonderes sind die Farbfenster.“