Brandserie erschüttert Region:

Spurensuche nach zwei Brandnächten

Als wären drei Feuer in einer Nacht noch nicht genug, brannten nun auch noch Strohballen bei Ivenack. Die Sonderkommission der Polizei sucht dringend Hinweise. Und nach einem Zusammenhang mit weiteren Brandstiftungen.

Das Werk eines Feuerteufels: An vier Orten zwischen Stavenhagen und Demmin mussten Feuerwehren am Wochenende Strohballen und einen Stall löschen. Foto: Thoralf Plath
Das Werk eines Feuerteufels: An vier Orten zwischen Stavenhagen und Demmin mussten Feuerwehren am Wochenende Strohballen und einen Stall löschen. Foto: Thoralf Plath

Es vergingen keine 24 Stunden: Nachdem am Wochenende in Beggerow, Utzedel und in der Bornitz unzählige Strohballen und ein Stall in Flammen aufgegangen waren, erwischte es am späten Sonntagabend auch noch Ivenack. An der Straße nach Weitendorf vernichtete ein Feuer weitere 250 Strohballen. Die Feuerwehren aus Ivenack, Stavenhagen, Rosenow und Ritzerow konnten das Stroh nur noch kontrolliert abbrennen lassen. Die Firma Prohad Ivenack schob die Ballen mit einem Radlader auseinander. „Den mussten wir immer wieder ablöschen“, erzählt der Ivenacker Wehrführer Christian Dibowski. Gegen 2 Uhr in der Frühe hatten die beiden verbliebenen Feuerwehren aus Rosenow und Ivenack das Feuer dann unter Kontrolle. Der Gesamtschaden soll sich auf etwa 5000 Euro belaufen, teilte die Polizei mit. „So eine Strohmiete entzündet sich nicht allein“, ist Ivenacks Wehrführer überzeugt.

Das sieht auch die Polizei so. Bei allen vier Bränden am Wochenende habe es praktisch keine Zündquelle gegeben, so dass Brandstiftung sehr, sehr wahrscheinlich sei, erklärte Polizeisprecher Andreas Scholz am Montag. Für die Polizei stellt sich jetzt die Frage, ob die Brände vom Wochenende mit der seit über einem Jahr anhaltenden Feuerserie im Bereich Jürgenstorf in einem Zusammenhang stehen.

Das zu klären, sei nun auch mit die Aufgabe der erst im Juni gegründeten speziellen Ermittlungsgruppe. Doch deren Arbeit ist nicht gerade einfach. „Durch die Löscharbeiten ist eine Spurenauswertung schwer oder aber auch gar nicht möglich“, gesteht Scholz ein. Mehr setzen die Ermittler da schon auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Landwirt Kai-Uwe Flöthmann aus Borrentin, dessen Strohlager in der Bornitz am Kummerower See Opfer des Feuerteufels wurde, ist unterdessen immer noch geschockt von der dramatischen Brandnacht. Gut 800 Rundballen sind ihm verbrannt, ein großer Teil davon Heu, der Rest Stroh: eingeplant als Viehfutter, aber auch als Brennstoff für die betriebseigene Heizungsanlage. Schon jetzt geht der Bauer davon aus, dass die von der Polizei errechnete Schadenssumme von 42 000 Euro für die drei Großfeuer in der Nacht zum Sonntag deutlich zu niedrig angesetzt ist: „Allein wir gehen in unserem Betrieb von 25 bis 30 000 Euro Gesamtschaden aus.“

Zeugen haben sich bisher offenbar in keinem der Fälle gemeldet – auch bei Kai-Uwe Flöthmann nicht, obwohl das Strohlager in der Bornitz direkt an einer öffentlichen Straße liegt. Interessant allerdings scheint eine Tatsache, die der Brandursachenermittler offenbar feststellte: Zumindest das Feuer an der Strohmiete in der Bornitz ist gezielt an mehreren Stellen gleichzeitig gelegt worden – so dass ein Löschen quasi unmöglich war.

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