Lösung für Beschäftigungsgesellschaft in Demmin:

Stadt leistet Erste Hilfe für zweiten Jobmarkt

Wie geht es weiter mit Ökotech? Der Geschäftsbereich Bau wird dichtgemacht, so weit, so ungut. Doch die Stadt wird die Beschäftigungsgesellschaft zum Jahreswechsel übernehmen und alles tun, um sie zu erhalten. Das lässt hoffen.

Die Stadt Demmin (hier ein Blick auf das Rathaus) hat eine mögliche Pleite der Beschäftigungsgesellschaft Ökotech abgewendet.             
Kirsten Gehrke Die Stadt Demmin (hier ein Blick auf das Rathaus) hat eine mögliche Pleite der Beschäftigungsgesellschaft Ökotech abgewendet.  

Das Gerücht kreist in Demmin seit einem halben Jahr, irgendwann halfen auch keine Dementis mehr: Ökotech steckt in Schwierigkeiten. Sogar von einer bevorstehenden Pleite der Demminer Beschäftigungsgesellschaft war zuletzt die Rede. So schlimm wird es vorerst nicht kommen, ein bisschen was ist allerdings dran.

Der wirtschaftlich selbstständige Geschäftsbetrieb Bau, der noch 2011 fast 153 000 Euro Jahresgewinn erwirtschaftete, wird zum Jahresende aufgelöst. Grund: Keine Perspektive mehr. Für die hier noch angestellten Mitarbeiter sei aber gesorgt, so Bürgermeister und Ökotech-Aufsichtsratschef Michael Koch (CDU) gegenüber dem Nordkurier: Einige werde man sich in der kommunalen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft weiter beschäftigen, „für den anderen Teil greifen andere Maßnahmen“.

Den Förderbereich, seit jeher das „klassische“ Arbeitsfeld der Beschäftigungsgesellschaft, wolle man aber unbedingt erhalten, so lange es geht. „Dafür werden wir alles tun“, betont Koch. Ein erster Schritt in diese Richtung: Die Kommune übernimmt die bereits mehrheitlich kommunale Ökotech GmbH zum Jahreswechsel ganz, mit dem Aufkauf der letzten zehn Prozent noch privater Anteile zum Nennwert von 2500 Euro wird aus der Firma eine städtische Tochtergesellschaft – wie bereits WVG und Stadtwerke.

Die beiden noch bei Ökotech angestellten Stammkräfte, damit auch Geschäftsführer Werner Sack, sollen den Betrieb weiterführen, „so lange, bis in der Stadtvertretung anderslautende Beschlüsse gefasst werden“, wie der Bürgermeister formuliert.

Auch hier gab es Gerüchte, dass etwa Ökotech-Chef Sack in einem anderen kommunalen Unternehmen „untergebracht“ werden soll. An diesen Gerüchten ist offenbar nichts dran.

Stattdessen signalisiert die Kommune: Als künftiger Alleingesellschafter stellt sie sich hinter ihre Beschäftigungsgesellschaft, die in den 20 Jahren ihres Bestehens mehr als 12 000 Menschen half, wieder in Lohn und Brot zu kommen – in Spitzenzeiten hatte Ökotech über 1000 Leute in Arbeit.