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Stadtwerke wollen künftig gemeinsam marschieren

Auch das kommunale Demminer Unternehmen ist an einer Kooperation zur Nutzung erneuerbarer Energien beteiligt. An sich nichts Dramatisches, nur: Warum wird vor Ort fast ein Geheimnis daraus gemacht?

Gemeinden sollen nicht nur die Möglichkeit erhalten, auf ihren Flächen aus Wind Energie zu produzieren, sondern auch davon zu profitieren.
Jens Büttner Gemeinden sollen nicht nur die Möglichkeit erhalten, auf ihren Flächen aus Wind Energie zu produzieren, sondern auch davon zu profitieren.

Was planen die verschiedenen Stadtwerke im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte? Einen Zusammenschluss zur Nutzung erneuerbarer Energien? Eine gemeinsame Tochtergesellschaft? Und was bedeutet das für die Demminer Bürger?

"Keine Auskunft"

Antworten darauf gab es Mittwoch in der Hansestadt nicht. Zwar war bereits am Abend vorher ein Rundfunkbericht gelaufen, in dem es um eine derartige Kooperation ging, beteiligt daran angeblich auch das stadteigene Demminer Unternehmen, doch vor Ort herrschte am Mittwoch Schweigen. Der Bürgermeister, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, ist derzeit terminbedingt nicht im Rathaus, Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard Grewe wollte auf Anfrage des Nordkuriers nur eine Auskunft geben: Keine Auskunft.

Er verwies stattdessen auf die Stadtwerke Neubrandenburg, wo das zentral angesiedelt sei und auf eine „zentrale Pressemitteilung“, die noch kommen werde. „Warten Sie einfach eine Stunde“, beschied er den Nordkurier. Die Pressemitteilung gab es indessen auch am Abend noch nicht, und die Sprecherin der Neubrandenburger Stadtwerke, Anja Hünemörder, war für ein Gespräch nicht erreichbar. Per E-Mail bat sie „auf Grund der notwendigen Abstimmungen“ lediglich um „etwas Geduld“.

Stadtwerke-Chef in Neustrelitz zeigt sich aufgeknöpfter

Dabei geht es offenbar nicht einmal um eine Sache, aus der man ein großes Geheimnis machen müsste. Was andere auch nicht tun. Der Geschäftsführer der Stadtwerke in Neustrelitz, Frank Schmetzke, zeigte sich aufgeknöpfter. „Bei mir sind Sie an der richtigen Adresse“, sagte er auf Nordkurier-Nachfrage. „Die Stadtwerke aus Neustrelitz, Waren, Malchow, Demmin und Neubrandenburg wollen sich künftig im Bereich der erneuerbaren Energien gemeinsam engagieren“, so der Neustrelitzer. Ein erster Schritt sei bereits durch die Schaffung einer gemeinsamen Koordinierungsstelle, die bei den Neustrelitzer Stadtwerken angesiedelt ist, gegangen. Im nächsten Schritt ist die Gründung einer Dachorganisation unter Beteiligung der Stadtwerke, der Kommunen und des Landkreises geplant.

Künftig soll es darum gehen, erläutert Schmetzke weiter, dass die Wertschöpfung neu ausgewiesener Windflächen die Region nicht verlässt. Verständlich gesagt: Gemeinden sollen nicht nur die Möglichkeit erhalten, auf ihren Flächen aus Wind Energie zu produzieren, sondern auch davon zu profitieren. „Aber wie und ob überhaupt die Stadtwerke dabei eine Rolle spielen können, darüber wollen wir erst beraten“, sagte der Neustrelitzer.

Am 5. Dezember findet im Landeszentrum für Erneuerbare Energien in Neustrelitz ein Treffen der Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke sowie der Bürgermeister der Kommunen statt. Dabei werden den Teilnehmern die Überlegungen zur Herangehensweise präsentiert.