Gewaltsamer Protest gegen NPD-Demo:

Bissiger Demonstrant muss Strafe zahlen

Bei den Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch in Demmin im vergangenen Jahr gab es mehrere Verletzte. Nun hat ein mutmaßlicher Täter einen Strafbefehl erhalten.

Bei dem Polizeieinsatz am Rande einer NPD-Kundgebung am 8. Mai in Demmin waren mehrere Menschen verletzt worden.
Bernd Wüstneck Bei dem Polizeieinsatz am Rande einer NPD-Kundgebung am 8. Mai in Demmin waren mehrere Menschen verletzt worden.

Wegen einer Attacke auf Polizisten bei einer Demonstration am 8. Mai 2014 in Demmin soll ein Mann aus der linken Szene rund 2400 Euro Geldstrafe zahlen. Einen entsprechenden Strafbefehl der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Demmin jetzt erlassen, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Dem 23-jährigen Franzosen wird Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Er habe mehrere Beamte getreten und gebissen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. In Demmin hatten - wie in den Vorjahren - mehrere Hundert Menschen gegen einen abendlichen Fackelmarsch der rechtsextremen NPD demonstriert.

Gemeinsam gegen jede Form von Gewalt

Dabei war es erstmals zu Auseinandersetzungen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen, wobei sechs Menschen verletzt wurden, darunter drei Beamte. Die Polizei machte Linksextreme für die Gewalt verantwortlich, Linke und Grüne warfen der Polizei zu hartes Vorgehen vor. Nach dem Polizeieinsatz hatten sich die demokratischen Parteien im Schweriner Landtag demonstrativ zu Protestaktionen gegen rechte Aufmärsche bekannt, dabei "jeder Form von Gewalt" aber eine klare Absage erteilt. Auch in diesem Jahr sind wieder am 8. Mai Demonstrationen in Demmin geplant.

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Kommentare (1)

Strafbefehle entlasten Gericht und Staatsanwaltschaft, da Verfahren so kostensparend, schnell und ohne Aufsehen erledigt werden können. Die Schuld eines Täters braucht dabei nicht zur Überzeugung des Gerichts feststehen. Da Fotos eines Lesers des Nordkurier vom Vorgehen der Beamten gegen den 23-jährigen Franzosen, nach Aufforderung durch die Polizei gelöscht werden mussten, ist es nachvollziebar, dass eine Verhandlung mit Zeugenaussagen nicht wünschenswert ist. Zumal der Innenminister Caffier fragte, was ein Franzose auf der Demo in Demmin eigentlich zu suchen habe. Ja, Demmin will keine Demos gegen Trauermärsche sondern lieber den Erhalt seines Amtsgerichtes.