Nach Unwetter:

Sturm stutzt Windrad die Flügel

Nur ein Stummel blieb von einem Rotorblatt an einer Windkraftanlage bei Ganschendorf übrig. Der Windpark gerät nicht zum ersten Mal wegen eines Unfalls in die Schlagzeilen.

Der Sturm am Donnerstag riss Teile eines Windmühlenflügels in Ganschendorf bei Demmin ab.
Georg Wagner Der Sturm am Donnerstag riss Teile eines Windmühlenflügels in Ganschendorf bei Demmin ab.

Kaum war vormittags der Wartungstrupp der Windkraftanlage abgerückt, hätte er eigentlich erst richtig Arbeit bekommen. Im starken Wind riss am Donnerstag um die Mittagszeit ein Flügelblatt am Rotor dieser Windmühle. Zunächst hing das Bruchstück noch teilweise am Rotor.

Der hatte sich zwar abgeschaltet, drehte sich aber noch leicht mit dem Wind – für gewöhnlich eine Vorsichtsmaßnahme, damit der Druck nicht zu groß wird. Immer wieder schlug deshalb der angeknackste Flügel gegen den Turm, bis er schließlich ganz brach. Ein circa zwölf bis 15 Meter langes Stück fiel krachend zu Boden in den fast mannshohen Raps, der um die Strommühlen wächst.

Brandruine steht gleich neben Windschaden

Verletzt wurde dabei niemand. Das Gelände ist eingezäunt und wird gegen unbefugten Zutritt bewacht. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, steht nach Auskunft der Demminer Polizei bislang nicht fest. Die Anlagen sollen einem mexikanischen Unternehmen gehören.

Sie geraten nicht zum ersten Mal wegen eines spektakulären Ausfalls in die Schlagzeilen. Erst Ende Mai hatte dort eines der Windräder vermutlich wegen Blitzschlags Feuer gefangen. Die Feuerwehren konnten es nur kontrolliert abbrennen lassen, Löschen in dieser Höhe ist für sie nicht möglich. Die Anlage mit der völlig ausgebrannten Generatorengondel steht noch auf dem Acker – direkt neben dem jetzt vom Wind gebeutelten Kraftpaket.

Bislang ist völlig unklar, warum das Rotorblatt geknickt ist. Zwar herrschte am Donnerstag starker Wind. Auf der ungeschützten Fläche rund um die Anlagen sollen geschätzte acht bis neun Beaufort erreicht worden sein und bei einer Nabenhöhe von 96 Metern dürfte der Sturm sogar noch mit ein bis zwei Windstärken mehr auf die 45 Meter langen Rotorblätter geprallt sein. Die hatten aber schon die Winterstürme unbeschadet überstanden.

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