Fundtiere:

Tierschützer finden bei Landesvater Gehör

Schon lange ist Tierschützern der Fundtier-Erlass des Landes ein Dorn im Auge. Jetzt sprachen sie darüber mit Ministerpräsident Erwin Sellering.

Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landestierschutzbundes und des Demminer Tierschutzvereins, wünscht sich eine Änderung des sogenannten Fundtier-Erlasses. Dieser regelt die Aufbewahrungsfrist für Tiere in Auffangstationen.
Georg Wagner Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landestierschutzbundes und des Demminer Tierschutzvereins, wünscht sich eine Änderung des sogenannten Fundtier-Erlasses. Dieser regelt die Aufbewahrungsfrist für Tiere in Auffangstationen.

Der Fall "Chicco" sorgte in den Jahren 2013 und 2014 in Demmin für Aufsehen. Der Staffordshire-Mischling war in einem heimlich in der Tierauffangstation zwischen Meesiger und Schönfeld gedrehten Video-Clip aufgetaucht, deren Betreiber einen Vertrag mit der Stadt Demmin hat. Aufgrund des Films meldete sich der Besitzer des Hundes und wollte ihn zurück haben. Doch er kam zu spät – die Frist dafür war längst abgelaufen. Chiccos weiteres Schicksal blieb lange Zeit unklar, bis sich schließlich herausstellte, dass er eingeschläfert worden war.

Bei Hundehaltern und Tierschützern hatte der Fall seinerzeit viel Empörung ausgelöst. Verflogen ist der Ärger bis heute nicht. Denn aus Sicht des Landestierschutzbundes lässt der Fundtier-Erlass des Landes viel zu wünschen übrig. "Wir haben damit große Probleme", sagt Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landestierschutzbundes und des Demminer Tierschutzvereins. Sie glaubt, dass der Erlass im Grunde nicht den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches entspreche. Dieses sehe für Fundsachen eine Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten vor. Erst danach dürfen Kommunen sie versteigern. Fundtiere dagegen würden schon nach vier Wochen in den Besitz der Auffangstationen übergehen.

Das trifft beispielsweise auch auf die Stadt Demmin und deren Vertragspartner zu. Diese stützt sich auf den Erlass des Landwirtschaftsministeriums. Darin heißt es: Nach vier Wochen sei davon auszugehen, dass der Eigentümer die Suche nach seinem Tier aufgegeben habe und dieses damit herrenlos geworden sei. Dagegen kämpfen Tierschützer wie Kerstin Lenz seit langem an. Jetzt sprach sie das gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin beim Landestierschutzbund, Margret Kuhlmann aus Waren, bei einem Treffen mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) an. "Das Problem war ihm bekannt", sagt sie. "Er will sich darum kümmern, dass es ein Gespräch mit den zuständigen Ministerien gibt."

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