Ist der Vertrag der Hansestadt mit der Tierauffanggstation rechtens?:

Tierschützerin sauer über Vertrag zu Fund-Hunden

Das Ordnungsamt muss sich immer wieder um herrenlose Hunde kümmern. Wohin mit ihnen? Oft landen die Vierbeiner im Tierheim. Vier Wochen hat Herrchen Zeit, das Tier zu finden.

Fundhunde sollen mehr als nur vier Wochen in einer Auffangstation bleiben. Dazu wird jetzt ein Vertrag mit der Hansestadt geprüft.
Gudrun Herzberg Fundhunde sollen mehr als nur vier Wochen in einer Auffangstation bleiben. Dazu wird jetzt ein Vertrag mit der Hansestadt geprüft.

Die Hansestadt hat für Fundtiere einen Vertrag mit einer Tierauffangstation in Meesiger abgeschlossen. Ob dieser Vertrag allerdings rechtens ist, soll jetzt auf Antrag von Kerstin Lenz, Stadtvertreterin der Fraktion Die Linke, geklärt werden. Die Kommunalaufsicht soll sich kümmern.

„Es kann nicht sein, dass die Hunde schon nach vier Wochen in das Eigentum des Betreibers der Tierauffangstation gehen und dann verkauft oder verschenkt werden“, meint Kerstin Lenz. Das sei nicht vereinbar mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), wonach Fundsachen sechs Monate aufbewahrt werden müssen. Hat die Stadt einen falschen Vertrag abgeschlossen?

„Das soll jetzt geprüft werden, im Hauptausschuss war man sich da einig. Der Stimme enthalten hat sich die CDU“, so die Stadtvertreterin und Vorsitzende des Landestierschutzverbandes. Sie plädiert dafür, dass für die Unterbringung von Fundtieren pro Einwohner einen Euro gezahlt werde. Die Stadt Demmin zahlt aber nur 27 Cent an die Auffangstation Meesiger. „Mit so wenig Geld kann man Fundhunde nicht unterbringen. Darum werden sie auch schnell weitergegeben“, meint sie.

Aber wenn jemand seinen Hund verloren hat, ist es wichtig, dass man ihm auch die Chance gibt, das Tier zu finden. Der Hundebesitzer habe sechs Monate lang Anspruch auf sein Tier, auch wenn es inzwischen vermittelt wurde. „Es muss darum eine Lösung gefunden werden“, so Kerstin Lenz.

Die Hansestadt Demmin verweist jedoch auch auf die Kosten für die Unterbringung der Tiere. „Jährlich kommen da etwa 20 000 Euro auf die Stadt zu“, erklärt Bürgermeister Michael Koch. Auf die Frage, ob die „Aufbewahrungsfrist“ auch eingehalten werde, heißt es aus dem Rathaus, dass sowohl in der Auffangstation als auch im Ordnungsamt die Tiere registriert würden. Der Betreiber besagter Station in Meesiger habe eine Erlaubnis zum gewerblichen Halten von Tieren, und das Veterinäramt kontrolliere, ob die Tiere entsprechend gehalten werden. Kerstin Lenz hofft mit der Prüfung des Vertrages darauf, dass Klarheit geschafft werde. „Es kann nicht sein, dass schon nach vier Wochen die Hunde weiter vermittelt werden. Der Besitzer muss die Chance haben, sein Tier auch später noch zurückzubekommen“, sagt sie. Es sei natürlich auch klar, dass der Besitzer dann die Unterbringungskosten übernehmen muss. Nicht jeder Hundefreund legt dann noch Wert auf sein Tier. „Aber er muss gesetzlich Anspruch auf seinen Hund haben“, betont die Tierschützerin.

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