Ganze Republik blickt auf eine Gemeinde:

Törpiner Dorfzentrum macht seinem Namen alle Ehre

Seit zehn Jahren engagiert sich eine Handvoll Menschen in einem kleinen Verein, deren Projekte nicht nur landes- sondern bundesweit Beachtung finden. Das nächste Vorhaben ist bereits in Arbeit.

Anlässlich des 10-jährigen Bestehen des Vereins, präsentierte Helmut Pratzel den Gästen einen kleinen Rückblick. Viele Projekte wurden bisher schon umgesetzt und neue sind bereits in Arbeit. Sebastian John
Sebastian John Anlässlich des 10-jährigen Bestehen des Vereins, präsentierte Helmut Pratzel den Gästen einen kleinen Rückblick. Viele Projekte wurden bisher schon umgesetzt und neue sind bereits in Arbeit. Sebastian John

Noch vor ein paar Jahren war Törpin nicht mehr als ein kleines Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. „Egal, wo ich hinkam, ich musste erst einmal erklären, wo sich Törpin befindet“, sagt Helmut Pratzel.

Heute ist das anders. Es hat sich herumgesprochen, dass sich etwas bewegt in diesem beschaulichen Dorf, für die Bürger vor Ort, aber auch für die Menschen in der ganzen Region. Und das Dank des großen Engagements der Mitglieder des Vereins Törpiner Forum, der in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Und es ist viel passiert, in diesen zehn Jahren. In Törpin entstand mit der Sanierung der Alten Schule ein Dorfzentrum, das weit in die Umgebung strahlt. Hier können sich Menschen unter anderem informieren, Bücher ausleihen, den Bürgerbus bestellen, Basteln, gemeinsam Tanzen und Musizieren. In all der Zeit sind zudem unzählige Projekte entstanden und umgesetzt worden, die landes- und bundesweit Beachtung fanden. Allein in diesem Jahr belaufen sich die Ein- und Ausgaben des Vereins auf rund 150 000 Euro. „Das ist kein selbst verdientes Geld, sondern größtenteils Fördermittel, mit denen wir eigentlich kommunale Aufgaben erledigen“, sagt Helmut Pratzel. Der pensionierte Medizin-Professor ist der Kopf des Vereins und er verbringt wöchentlich 80 bis 90 Stunden am Computer, um Korrespondenzen zu erledigen, sich über neue Projekte und Finanzierungsmöglichkeiten zu erkundigen. Zeitlich besteht da kaum ein Unterschied zu dem, was er in seinem Berufsleben leistete. „Naja, doch jetzt bin ich hier, während meine Frau zum Beispiel nebenan kocht“, sagt der 78-Jährige.

In den vergangenen zehn Jahren gab es was die Mitglieder betrifft, ein Kommen und Gehen. Doch eines blieb konstant – die Zahl der Mitglieder. So um die zehn Frauen und Männer engagieren sich hier. Ein relativ kleiner Kreis also, doch das ist durchaus gewollt. „Wenn ein Verein zu groß wird, dann gibt es viele passive Leute“, meint Helmut Pratzel. In Törpin sei das anders. Jedes Vereinsmitglied beteiligt sich aktiv, damit neue Projekte zügig angeschoben und umgesetzt werden können. Das beuge auch langen Diskussionen vor, die mitunter eher bremsten als dass sie etwas voran brächten. „Das sieht man ja regelmäßig im Bundestag.“

Und so entsteht in der Alten Schule gerade ein Gesundheitszentrum und im November findet hier eine Konferenz statt, in der es um ein großes Problem vor allem älterer Menschen auf dem Land geht, die Mobilität. Die Themen, die hier angegangenen werden, sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Doch bei allem Ideenreichtum hält Helmut Pratzel auch schon einmal Ausschau nach einem geeigneten Nachfolger. „Ich sehe schon den einen oder anderen, dem ich diese Aufgabe zutrauen würde“, sagt der 78-Jährige.

 

 

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