Dreiste Grabschmuckdiebe auf dem Friedhof:

„Tote bestehlen, das ist wirklich das Allerletzte“

Diebe schrecken offenbar vor nichts zurück. Sie bedienen sich auch bei den Gräbern auf dem Demminer Friedhof in der Jarmener Straße.

Tatort Friedhof: Diebe schrecken vor nichts zurück und beklauen selbst die Toten. Von Gräbern nehmen sie Blumen, Gestecke oder Pflanzen mit. Haben die Langfinger dabei kein schlechtes Gewissen?
Georg Wagner Tatort Friedhof: Diebe schrecken vor nichts zurück und beklauen selbst die Toten. Von Gräbern nehmen sie Blumen, Gestecke oder Pflanzen mit. Haben die Langfinger dabei kein schlechtes Gewissen?

Die Demminerin ist entsetzt. Vom Grab ihrer Eltern sind eine Gesteck-Schale und ein Strauß Blumen verschwunden, einfach geklaut. Ihr Bruder war zu Besuch und hatte schon für Totensonntag ein Gesteck hingestellt. Nun ist es weg.

Auf dem Friedhof in der Jarmener Straße sind zwischen Volkstrauertag und Totensonntag wieder viele Menschen unterwegs. Sie decken die Gräber ihrer Angehörigen ab, stellen Blumen und Kerzen hin, bringen Gestecke mit. Die Erinnerung an die Verstorbenen ist in diesen Tage besonders groß. Um so schmerzlicher ist es, wenn manche Menschen glauben, dass sie sich bei den Toten einfach bedienen können. „Dass geklaut wird, ist ein generelles Problem“, sagt Irmtraut Mönk, die Leiterin der Friedhofsverwaltung der Kirchgemeinde St. Bartholomaei. „Man sollte nicht zu früh etwas hinlegen zu Totensonntag“, rät sie, man laufe sonst Gefahr, dass das Gesteck das Grab wechselt. „Tote zu bestehlen, das ist wirklich das Allerletzte“, findet sie.

Übers Jahr seien wieder etliche Sträuße und Pflanzen verschwunden. Im Herbst nehmen Diebe gern Heidepflanzen von fremden Gräbern mit. „Das ist wirklich ein Problem, ich habe keine Ahnung, wer so etwas macht.“ Hier könne man nur das Gewissen der Leute ansprechen. Aber das scheinen viele nicht mehr zu haben. Wo ist die Ehrfurcht vor der letzten Ruhestätte geblieben? Die meisten Bestohlenen schrecken indes vor einer Anzeige bei der Polizei zurück. Dadurch ändere sich ja doch nichts, meinen sie. Und Streife werden die Polizisten auf dem Friedhof nicht gehen. Aber Irmtraut Mönk warnt, dass sich die Langfinger nicht zu sicher fühlen sollten. Es gibt auch wachsame Augen unter den Friedhofsbesuchern. „Es sind schon Friedhofsdiebe geschnappt worden.“ Zudem weiß die Friedhofsverwalterin, dass die Leute schon ihren Grabschmuck gekennzeichnet haben, so dass der auf einem anderen Grab wiedergefunden wurde. Mit offenen Augen an den Ruhestätten vorbeigehen und beobachten, was sich da tut, nur so könne man Dieben auf die Schliche kommen.

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