Demminer Historie:

Ulanen-Geschichte für die Jackett-Tasche

Ein kleiner Führer zu den Stätten der früheren Demminer Garnison ist jetzt öffentlich erhältlich. Doch mit dem Flyer "Auf den Spuren der Ulanen" soll die Aufarbeitung der Geschichte der Kavallerie-Einheit nicht beendet sein.

Gutes Papier, historisierender Schriftzug: Bürgermeister Koch erhielt von Karsten Behrens (von rechts) in der Stadtinformation das Faltblatt zu den Demminer Ulanen-Stationen.
Georg Wagner Gutes Papier, historisierender Schriftzug: Bürgermeister Koch erhielt von Karsten Behrens (von rechts) in der Stadtinformation das Faltblatt zu den Demminer Ulanen-Stationen.

Wenn heute die Bundeswehr Standorte schließen will, dann legen sich gewöhnlich Kommunalpolitiker quer. Denn die Soldaten vor Ort bedeuten Umsatz für die Wirtschaft am Ort. Das war früher nicht anders. Als vor 153 Jahren das 2. Pommersche Ulanenregiment Nr. 9 in Demmin stationiert wurde, brachte das auch Aufschwung für viele Geschäfte und Handwerker. „Die wirtschaftlichen Impulse“, sagt Karsten Behrens, „waren immens.“ 400 bis 500 Soldaten, die Verpflegung und Uniformen brauchten, Futter für noch einmal so viele Pferde, dazu zivile Arbeitsstellen etwa in der Standortverwaltung – insgesamt, schätzt Behrens, hingen damals rund 1000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt am Militär.

Die Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen. Vielmehr hat sich Karsten Behrens intensiv mit der Geschichte der Ulanen in Demmin beschäftigt. Der heute 48-Jährige schrieb 1988 seine Diplomarbeit über den Preußenkönig Friedrich II. und die Schlacht bei Hochkirch, wo 1758 die preußische und österreichische Armee aufeinander trafen. Nach dem Ende der DDR schulte Behrens auf Buchhaltung um und ist heute Prokurist bei den Demminer Stadtwerken. Als im vergangenen Jahr der August-Bebel-Platz im Hinblick auf die Ulanengeschichte gestaltet wurde, sei der Wunsch geäußert worden, es nicht bei dieser einmaligen Sache bewenden zu lassen, sagt er. „Eine Idee war, die Ulanenstandorte in einer Reihenfolge zu präsentieren.“

Behrens griff das auf und erarbeitete als Erstes einen Flyer zur Historie, die Ulanen für die Jackett-Tasche sozusagen. Gedruckt in einer Auflage von 2000 Stück ist er jetzt erhältlich – unter anderem im Rathaus und in der Stadtinformation am Hanseufer, wo der Autor ihn am Montag an Bürgermeister Michael Koch (CDU) übergab.

Dabei aber soll es nicht bleiben. In Kürze werde eine Internetseite www.demminer-ulanen.de freigeschaltet und im nächsten Jahr soll ein Buch mit etwa 120 Seiten zur Geschichte der Ulanen erscheinen.

 

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