Reisen:

Urlauber trauen sich nicht mehr nach Ägypten

Die Zeitungsberichte und Bilder in den TV-Nachrichten von den Straßenschlachten in Ägypten verfehlen ihre Wirkung nicht: Das Land am Nil ist auf dem Weg zur touristischen Wüste. Auch die Demminer fliegen nun lieber nach Mallorca.

Heike Behrens vom Reisebüro Demmin ist großer Ägyptenfan und bedauert die Krise in dem Land am Nil: "Ägypten ist ein so schönes Land. Und es braucht den Tourismus sehr."
Photographer: Thoralf Plath Heike Behrens vom Reisebüro Demmin ist großer Ägyptenfan und bedauert die Krise in dem Land am Nil: "Ägypten ist ein so schönes Land. Und es braucht den Tourismus sehr."

Für viele Menschen im Demminer Land war es lange Zeit ein Reisetraum, jetzt befürchten sie einen Albtraum: Spätestens seit das Auswärtige Amt Reisewarnungen nicht nur für Kairo und Alexandria, sondern auch für das Tal der Könige und Nilkreuzfahrten herausgegeben hat, hält sich die Reiselust dorthin bei einheimischen Urlaubern in engen Grenzen. „Das ist eine schwierige Situation für uns alle“, gibt Monika Hemmann vom Reisebüro „Kiek in de Welt“ unumwunden zu, was derzeit die Branche bewegt.

Putsch, Krawalle, Tote, Ausgangssperre - solche Nachrichten werben nicht für ein Urlaubsland. Was allabendlich aus Ägypten in die Hauptnachrichtensendungen dringt, beschleunigt nur noch eine Entwicklung, die zumindest Monika Hemmann schon seit Monaten beobachtet. Die Vorpommern sind vorsichtig geworden bei ihren Buchungen für Weihnachts-, Silvester-, Herbst- oder Winterferienreise. Das Rote Meer mag noch so locken mit Traumstränden und Korallenriffen, vor Buchungen schwang dennoch schon seit geraumer Zeit eine gehörige Portion Skepsis mit. „Am meisten haben wir es bei den Schiffsfahrten auf dem Nil gemerkt“, blickt Monika Hemmann zurück. Da hätten sich die Kunden schon sehr zurückgehalten. Jetzt aber gilt das praktisch für das ganze Land am Nil, ist aus der Skepsis ist bei Vielen ein „No go“ geworden. Buchungen für das Land mit den jahrtausendealten Sehenswürdigkeiten gibt es kaum noch, doch auch ein Ausweichen auf andere Ziele ist schwierig. „Wenn man Sonne will“, sagt Monika Hemmann, „bleiben bei Mittelstrecke eigentlich nur noch die Kanaren.“

Auch bei Heike Behrens, Inhaberin des Reisebüros in der Clara-Zetkin-Straße, haben sich Urlaubsanfragen nach Ägypten derzeit erledigt. „Nicht erst, seit jetzt die Unruhen dort offen ausgebrochen sind“, sagt sie, „Die politische Lage war ja schon länger Dauerthema in den Nachrichten, so etwas schlägt natürlich auf das Reiseverhalten durch.“ Aus besorgten Nachfragen seien mehr und mehr Umbuchungen geworden: „Im Moment geht gar nichts mehr.“

Heike Behrens bietet daher schon seit einigen Wochen keine Ägyptenreisen mehr an. Sie persönlich bedauert die Entwicklung sehr - nicht nur des gebremsten Geschäfts wegen, sondern weil sie selbst ein großer Ägyptenfan sei, wie sie sagt.

Andererseits könne man die Reaktion der Kunden verstehen, zumal  jetzt auch noch das Auswärtige Amt eine Reisewarnung herausgegeben habe. Als Ausweichvariante bietet sie die Kanaren an. „Aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis war Ägypten kaum zu schlagen. Ich hoffe nur, die Lage beruhigt sich dort bald wieder.“

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