Drohungen ohne Ende:

Urteil macht Täter erst richtig wütend

Eine Angestellte der Sparkasse wurde von einem Kunden wüst beschimpft. Der zeigt vor Gericht wenig Reue – ganz im Gegenteil.

Vor dem Amtsgericht Demmin musste sich ein Mann zum wiederholten Mal verantworten.
Daniel Reinhardt Vor dem Amtsgericht Demmin musste sich ein Mann zum wiederholten Mal verantworten.

„Lange nicht gesehen, Herr Krämer*“, begrüßt Richter Jörg Langhof den Angeklagten. „So lange ist das doch noch gar nicht her“, grüßt der Angesprochene zurück. Tatsächlich blickt der Endvierziger auf ein stattliches Vorstrafenregister zurück. Satte 16 Straftaten zählt der Richter auf, darunter Diebstahl, Beleidigung und Körperverletzung.

Beleidigung und versuchte Nötigung

Diesmal steht Krämer wegen Beleidigung und versuchter Nötigung vor dem Amtsgericht Demmin. Im Februar 2014 soll er einer Angestellten der Sparkasse in Stavenhagen aufgelauert, sie mit den Worten „Auf dich habe ich schon gewartet“ begrüßt und anschließend mit einem Schwall aus Schimpfwörtern bedacht haben. „Blöde Kuh“ und „Schlampe“ gehörten – so ist vor Gericht zu vernehmen – noch zu den harmloseren. Zudem soll er versucht haben, an der Sparkassen-Angestellten vorbei durch den Personaleingang in das Gebäude zu gelangen.

Seit 20 Jahren arbeite sie in der Sparkasse und habe schon mit so manchem schwierigen Kunden zu tun gehabt, erklärt die Frau. „Aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen“, macht sie ihren Unmut deutlich.

Streit mit der Sparkasse

Der Angeklagte sieht das – wenig überraschend – anders. Der Konflikt mit der Bank habe bereits im Januar begonnen. Da sei seine Karte eingezogen worden, als er Geld abheben wollte. Durch einen „Fehler der Sparkasse“, ist Krämer auch heute noch überzeugt. „Vielleicht haben die vergessen, einen Schalter umzulegen“. Das sei mehrmals hintereinander passiert. Und am Monatsende, an einem Wochenende, hatte Krämer kaum noch einen Cent in der Tasche. Am Montagmorgen sei er gleich zur Bank gegangen. Er sei in Not und sehr emotional gewesen, als er die Angestellte am Eingang traf. „Aber laut wurde ich nicht“, beteuert er unter Tränen. „Und das ist die Wahrheit. Ich schwöre auf weiß ich nicht was. Ich habe sehr viel an mir gearbeitet, wirklich“, so sein Plädoyer in eigener Sache. Richter Langhof aber überzeugt das nicht. Er folgt der Empfehlung des Staatsanwalts und verurteilt den Angeklagten zu einer Strafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu 15 Euro. Krämer ist empört. „Jetzt haben Sie wirklich Grund, Angst zu haben“, droht er der Bankangestellten und wird vom Staatsanwalt aus dem Saal geworfen.

(*Name geändert)

 

 

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