Frauenbund in Geldnot:

Verband muss ausziehen

Der Demminer Verband des Frauenbundes ist auf der Suche nach Räumen. Die jetzige Unterkunft kann nicht mehr bezahlt werden. Was wird aus den Veranstaltungen für die Kinder und Jugendlichen?

Noch im Jahr 2011 gab es genügend Ein-Euro-Jobber, wie hier beim kreativen Gestalten, um Sachkosten zu erwirtschaften.
Gudrun Herzberg Noch im Jahr 2011 gab es genügend Ein-Euro-Jobber, wie hier beim kreativen Gestalten, um Sachkosten zu erwirtschaften.

Auch wenn der Demokratische Frauenbund (dfb) den Mietvertrag für seine Räume in der Pfarrer-Wessels-Straße in Demmin gekündigt hat, bedeutet das noch nicht das Aus für ihn. "Wir bleiben weiterhin in Demmin, uns gibt es nach wie vor", sagt die ehrenamtliche Vorsitzende des dfb, Ursula Wirbel. "Wir mussten die Räume kündigen, weil uns die Telefon-, Müll-, Energie- und Heizkosten so sehr belasten, dass wir das nicht mehr tragen können", meint die Vorsitzende. Froh sei man darüber, dass seit Jahren die Stadt schon die Kaltmiete für die Räume übernimmt. Jetzt gibt es Verhandlungen mit der Stadt und auch mit dem Vermieter der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft. "Nun suchen wir nach kleineren Räumen. Es ist schade, dass es so weit gekommen ist", meint Roman Gau, Geschäftsführer der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir etwas neues finden werden. Die Kinder- und Jugendarbeit muss natürlich weiter gehen. Eine Anlaufstelle und ein kleines Büro reichen nicht.", erklärt Ursula Wirbel. Zahlungsunfähig sei man vor allem deshalb, weil die Förderung für den zweiten Arbeitsmarkt und der damit verbundenen fehlenden Finanzierung von Sachkosten rückläufig seien. "Wir bekommen keine Ein-Euro-Jobber mehr für unsere Projekte. Da fehlt uns natürlich das Geld", so die Vorsitzende des dfb. So können beim Frauenbund ab 2014 auch keine Projekte für die Frauen mehr angeboten werden. Der Frauenbund war für viele Frauen, die schon lange ohne Arbeit sind, ein Treffpunkt. In den Ferien hat der dfb für die Kinder Veranstaltungen angeboten und ist mit ihnen auch im Sommer ins Ferienlager gefahren. Dafür fehlt nun das Geld. "Der Frauenbund leistet eine wichtige Arbeit im Sinne der Prävention", sagt Bürgermeister Michael Koch. Darum habe die Hansestadt in den vergangenen Jahren diese Arbeit stets gewürdigt und finanziell unterstützt. Inzwischen habe man aufgrund der prekären Situation beim Frauenbund nach Lösungswegen gesucht. "Wir als Stadt sind sehr daran interessiert, dass das Betreuungsangebot des Demokratischen Frauenbundes fortgeführt wird. Und das wollen wir natürlich auch, darum sind wir sehr zuversichtlich, dass mit Unterstützung unsere Aktivitäten fortgesetzt werden können", so Ursula Wirbel.

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