Verwaltung im alten Trott:

Verpennt Demmin seinen 875. Geburtstag?

Die Hansestadt Demmin feiert Jubiläum. Aber machen auch alle mit? Wer hat eigentlich Ideen für die Feier? Geschäftsleute beschweren sich über die träge Stadtverwaltung – keine guten Aussichten für den runden Geburtstag.

Nehmen am 875. Geburtstag teil: die Mitglieder des Demminer Peenechors.
Gudrun Herzberg Nehmen am 875. Geburtstag teil: die Mitglieder des Demminer Peenechors.

Jetzt kommt ans Licht, was seit Wochen im Verborgenen durch Demmin wabert – der Unmut über die Stadtverwaltung bei der Gestaltung des 875. Geburtstages. „Geplante Aktionen sollten viel mehr publik gemacht werden. Sind für die Jahrfeier überhaupt die Geschäftsleute der Stadt mit einbezogen?“, legte Gerda Grewe aus dem Hanseviertel in dieser Woche bei einer Zusammenkunft von Vereinen und Verbänden aus der Hansestadt den Finger in die Wunde. Sie vermisst es sehr, dass die Stadt noch gar nicht richtig zeigt, dass es in diesem Jahr eine Jahrfeier gibt.

Geschäftsleute sauer

„Es werden Banner aufgehängt“, versuchte Cindy Roß vom Kulturamt der Stadtverwaltung die Kritik im Keim zu ersticken. „Und die Vereine bekommen das Logo der Jahrfeier, um auch auf ihren Internetseiten zu werben“, ergänzte die Frau aus dem Rathaus.

Aber reicht das aus? Offenbar nicht. Die Geschäftsleute ließen nicht locker – stellten weiter unbequeme Fragen. „Gibt es eigentlich ein Festkomitee? Die Bevölkerung, Abgeordnete, Geschäftsleute und Handwerker sollten die Möglichkeit haben, sich einzubringen“, forderte Gerda Grewe. Ihr sei es schlicht und einfach zu wenig, was bislang zum Stadtjubiläum gemacht werde. „Und wo bleiben die Kinder? Die könnten doch die Stadt erkunden“, schlug Marie-Luise von Bonin, Vorsitzende des Orgelfördervereins, vor.

Es gibt keinen Festumzug

Damit nicht genug der Schelte: „Gibt es überhaupt eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung auf die Jahrfeier?“, setzte Sebastian Schulz vom Peenechor nach. „Das hätte doch schon alles passieren können, jetzt wird es zeitlich sehr eng“, ergänzte Schulz. „Eine Arbeitsgruppe gibt es“, versicherte Cindy Roß, „aber man wolle keine große Jahrfeier“. Es werde auch keinen Festumzug geben. Ach so!

Die Verwaltungsmitarbeiterin nahm aber die Kritikpunkte entgegen und verwies gleichzeitig auf einen Zeichenwettbewerb der Kitas, die übrigens auch eine Wimpelkette mit 875 Wimpeln basteln wollten

 

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