Winterdienst:

„Viele sind sich der Verantwortung nicht bewusst“

Die Demminer Wohnungsbaugesellschaft möchte ihre Mieter gerne aus der Pflicht nehmen und den Winterdienst in die Hände einer Fachfirma geben. Doch das kostet.

Wohnblöcke in der Demminer Synagogenstraße. Die städtische Wohnungsgesellschaft will für ihre Liegenschaften jetzt Hausmeisterdienste mit dem Schneeräumen beauftragen.
Georg Wagner Wohnblöcke in der Demminer Synagogenstraße. Die städtische Wohnungsgesellschaft will für ihre Liegenschaften jetzt Hausmeisterdienste mit dem Schneeräumen beauftragen.

Eine junge Frau geht von ihrem Wohnhaus zum Müllcontainer, rutscht auf dem vereisten Weg aus und stürzt. Ihre Verletzungen sind so schwer, dass sie ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann. Wer haftet in solch einem Fall?

„Wir mussten uns in der Vergangenheit zweimal mit solchen Fällen auseinandersetzen“, sagt Roman Gau, Geschäftsführer der Demminer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft. Solange war das Thema Winterdienst in seinem Unternehmen eher beiläufig. „Doch welche Verantwortung der Mieter mit dieser Verpflichtung übernimmt, ist vielen nicht klar“, weiß der WVG-Chef. Mit der Unterzeichnung des Mietvertrages unterschreibt jeder Mieter quasi die Verpflichtung zum Außen- und Winterdienst gleich mit. „Leider läuft es in vielen Hausgemeinschaften nicht mehr so wie noch in alten Zeiten“, sagt Gau. Bei einigen funktioniere der obligatorische Plan, bei anderen nicht. Und gerade das könnte im Schadensfall zum Problem werden. Die vergangenen Winter hätten gezeigt, dass die Räumpflicht nicht nur irgendwo auf einem Papier stehe, sondern von großer Bedeutung für die Sicherheit ist und durchaus zeitaufwändig sein kann. Hinzu kommt, dass die Stadt Demmin viele bislang freiwillige Leistungen zurückfahre und somit an einigen Stellen Mieter in der Pflicht stünden. „Doch es gibt Alternativen“, sagt Roman Gau und meint damit, den Winterdienst in die Hände einer fachkundigen Firma zu geben, die nicht nur über entsprechende Technik und das Personal verfüge, sondern auch eine Haftpflichtversicherung habe, die mögliche Schadensfälle absichert. Damit wären die Mieter das lästige Schneeschippen und die Verantwortung los, allerdings kostet sie das etwas. Knapp drei Euro monatlich würden auf die Mieter eines typischen Wohnblocks mit acht Mietparteien zukommen. „Tatsächlich umgelegt wird aber nur das, was auch geleistet wurde“, erläutert Gau.

Der WVG-Chef am 12. November am Markt 5 zu einer Informationsveranstaltung ein, auf der Fachleute das Thema Winterdienst beleuchten werden.

 

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