Landwirte unter Druck:

Volle Erntemaschinen, leere Geldbeutel

Bei ihrer Verbandstagung verhagelten den Bauern des Demminer Landes sinkende Preise die eigentlich gute Erntebilanz. Und das Ende der Sorgen ist noch nicht erreicht.

Die Aussichten sind wegen des kommenden Quotenwegfalls auch im Zuckerrübenanbau unsicher. Noch aber sind sie eine verlässliche Größe.
Georg Wagner Die Aussichten sind wegen des kommenden Quotenwegfalls auch im Zuckerrübenanbau unsicher. Noch aber sind sie eine verlässliche Größe.

Trotz guter Ernte und teilweise sogar Spitzenerträgen haben die Bauern im Demminer Land ihr Wirtschaftsjahr nicht gerade mit dem besten Saldo abgeschlossen. Das wurde bei der Jahrestagung des Bauernverbandes Demmin am Freitag im Hotel Gravelotte deutlich. Bei guten Erträgen seien die entsprechenden finanziellen Ergebnisse auf der Strecke geblieben, bilanzierte der Vorsitzende Karsten Trunk.

Der Agrarmarkt in Deutschland steht unter Druck und mit ihm der oft wichtigste Wirtschaftszweig in den Dörfern des Demminer Landes. Preisrückgänge von teils mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schluckten die Mehrerträge. „Besonders im Speisekartoffelanbau“, so Trunk, „wirkte sich eine Superernte nahezu katastrophal auf den Preis mit einem Rückgang von rund 70 Prozent aus.“

Bauern zerbrechen sich die Rübe um die Rübe

Solche Entwicklungen zogen sich durch nahezu alle Sparten der hiesigen Landwirtschaft. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Litauen und Polen ließ den Schweine-Export nach Russland wegbrechen und die Preise sinken. Weniger Geld gab es auch für Rinder, um rund 20 Prozent sanken die  Milchpreise, und die Abwärtsspirale ist hier wohl noch nicht erreicht. In den nächsten Wochen, so erwartet Trunk, werde wegen des Wegfalls der Milchquote und der großen Milchmengen am Markt der Preis weiter nachgeben. Im konventionellen Bereich werde 2015 nur noch mit durchschnittlich 30 Cent je Kilo gerechnet. Das gilt eigentlich als unter dem als auskömmlich erachteten Limit.

Das Ende der Sorgen ist damit allerdings noch nicht erreicht. Denn am Horizont steht bereits der Wegfall der Zuckerquote ab dem Jahr 2017. Wie sie sich auswirken wird, wagt derzeit in der Region niemand wirklich zu beurteilen. Noch sei unbekannt, welche Strategie die Zuckerfabrik in Anklam fahren wird. Bislang aber ist der Rübenanbau nach Karsten Trunks Worten noch „eine verlässliche betriebswirtschaftliche Größe“. Durchschnittlich 830 Dezitonnen Rüben je Hektar ernteten die Landwirte der Mecklenburgischen Seenplatte im vergangenen Jahr, das waren 14,1 Tonnen Zucker je Hektar. „Hier“, so Trunk, „passte klimatisch so gut wie alles. Einzig die Lagerung bei den milden Temperaturen bereitete dem ein oder anderen einige Sorgen.“