Demmin sagt Nein!:

Vollsperrung der B 194 ist vom Tisch

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Die geplante Vollsperrung während des Großausbaus der B 194 in Demmin ist zu den Akten gelegt! Zumindest für den besonders kritischen Bauabschnitt. Das Straßenbauamt gibt nach.

So voll wie am Mittwochabend ist es im Rathaussaal noch nicht oft gewesen. Selten hat die Demminer etwas schneller und entschlossener auf die Barrikaden gebracht wie die geplante Baustellen-Vollsperrung der B 194.
Thoralf Plath So voll wie am Mittwochabend ist es im Rathaussaal noch nicht oft gewesen. Selten hat die Demminer etwas schneller und entschlossener auf die Barrikaden gebracht wie die geplante Baustellen-Vollsperrung der B 194.

Vielleicht hatte Ronald Normann es von Beginn an vor, aber mit der Botschaft, auf die alle hofften, hielt er sich fast eine Stunde zurück. Zunächst ließ der Chef des Güstrower Straßenbauamtes eine Mitarbeiterin erläutern, was man vorhat mit dem im kommenden Frühjahr beginnenden Großausbau der B 194. Und warum den Straßenbauern angeblich nichts anderes übrig bleibt, als den 2,2 Kilometer langen Abschnitt dafür zwei Jahre lang voll zu sperren.

150 Bürger gehen auf die Barrikaden

Selten hat die Demminer etwas so schnell und so entschlossen auf die Barrikaden gebracht wie dieser Plan. Ein Blick in den Rathaussaal reicht kurz vor Beginn der Bauausschusssitzung am Mittwochabend: Wo sich sonst drei, vier Gäste den Platz teilen, reichten diesmal die Stühle nicht. Das hat es noch nicht oft gegeben. Gut 150 Frauen und Männer waren gekommen, um sich die Argumente der Straßenbaumamts-Leute anzuhören. Die Stimmung: angespannt. Zum Applaudieren saß niemand hier, das war zu sehen.

Halbwegs ohne Blessuren kamen Normann und seine Kollegin durch die Erläuterungen zum ersten großen Bauabschnitt, geplant ab April 2015. Beginnend mit der Kreuzung Deutsch Kroner/Treptower, die zum Kreisel ausgebaut wird, soll die Straße in Jahresfrist bis zum Geselliusplatz „grundhaft“ ausgebaut werden – mit neuer Kanalisation, Gas- und Stromleitungen, das volle Programm. Dass hier eine Vollsperrung nötig ist, sehen in Demmin die meisten ein.

"Für das Krankenhaus eine Katastrophe"

Das kam mit dem Abschnitt bis zum Vorwerker Stadtrand. Auch dieses Stück plante das Straßenbauamt bis auf zwei kleine Stückchen komplett dichtzumachen – vor allem aus Sicherheitsgründen für die Baufirmen: Die Mindestabstände reichen angeblich nicht. Doch jetzt waren die Demminer dran. Krankenhaus-Geschäftsführer Kai Firneisen prognostizierte das Aus der kreislichen Klinik, wenn die Straßenbauer ihre Pläne umsetzen: „Diese Vollsperrung wird uns von einem großen Teil unserer Patientenströme abschneiden, selbst wenn die Rettungswege angeblich gewährleistet sind während der Bauarbeiten. Für das Krankenhaus ist das eine Katastrophe.“

Straßenbauamt gibt nach

Ronald Normann kennt solche Debatten, der Chef eines Straßenbauamts muss seinen Kopf öfter in harte Diskussionen stecken. „Darum sind wir ja hergekommen, um Ihre Intentionen und Meinungen zu hören“, sagte er. „Noch ist alles ein Arbeitsstand.“ Und der änderte sich geradezu urplötzlich. Eine Stunde der Debatte war fast um, da schob Normann die Vollsperrung vom Tisch: „Also gut, wenn wir den Gehweg in den Baustellenbereich einbeziehen, wird eine halbseitige Ampelregelung zumindest für Pkw möglich sein. Aber es wird längere Wartezeiten geben, darauf sollten Sie sich gefasst machen.“ Applaus bekam er dafür zwar nicht, vielleicht auch, weil noch nicht jeder der Gäste über diese Brücke gehen mochte. Aber zumindest für Pkw, den Schülerverkehr und Fußgänger soll die Baustelle nun durchlässig bleiben.

Die Demminer haben einen Sieg errungen.

 

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