Sozialdienst:

Vom OP-Tisch gleichauf den Heimtrainer

Es gibt ihn jetzt auch im Krankenhaus, den Sozialdienst. Die Patienten werden immer älter, können nach einer Operation oft nicht mehr nach Hause zurück oder brauchen dafür Hilfe. Sogar die Reha kann jetzt in der Klinik absolviert werden.

Eva Kostolnik ist gut gerüstet für zu Hause. Die Sozialmitarbeiterinnen Martina Mahrdt (links) und Isabell Garz haben ihr Behördengänge abgenommen und sie auf die Kur vorbereitet.
Gudrun Herzberg Eva Kostolnik ist gut gerüstet für zu Hause. Die Sozialmitarbeiterinnen Martina Mahrdt (links) und Isabell Garz haben ihr Behördengänge abgenommen und sie auf die Kur vorbereitet.

„Es geht mir schon wieder gut und dass mit meinem Arm wird auch. Schließlich will ich im nächsten Jahr meinen Garten wieder bestellen“, sagt Eva Kostolnik aus Demmin. Sie hatte sich den Arm gebrochen und wurde nach der Operation im Demminer Kreiskrankenhaus mit einem sogenannten Frührehabilitationsprogramm fit gemacht.

„So etwas hätte es früher nicht gegeben, da wurde man allein gelassen. Jetzt kümmert man sich um die älteren Patienten. Und zum ersten Mal fahre ich jetzt auch nur Kur“, erzählt die 77-Jährige. Aber auch darum brauchte sie sich nicht kümmern, der Sozialdienst im Krankenhaus hat das für sie erledigt. Martina Mahrdt und Isabell Garz sind insbesondere für die älteren Menschen da. „Wir sind täglich bei den Visiten mit dabei und erfahren so, was die Patienten brauchen, um später auch zu Hause wieder allein klarzukommen“, sagt Martina Mahrdt. „Die Patienten werden immer älter und haben nach Operationen Probleme, ihren Alltag allein zu meistern. Viele alte Menschen sind auf den Dörfern ganz allein, da braucht es ein Hilfskonzept“, erklärt Isabell Garz. Und dafür setzt sich der Sozialdienst ein. Da werden Pflegestufen beantragt, Hilfsmittel wie Rollator bestellt, für Demenzkranke Betreuungsgeld beantragt oder man kümmert sich um einen Platz im Altenheim.

Schon am zweiten Tag nach der Operation wird mit den Patienten mit der Frührehabilitation begonnen. „Nur so erhalten sie auch die Chance, zu Hause wieder allein klar zu kommen. Wir bieten in der Klinik für zwei bis drei Wochen eine medizinische, physiotherapeutische und ergotherapeutische Behandlung an. Dazu müssen die älteren Menschen nicht weit weg zur Kur fahren“, sagt Martina Mahrdt.

Während dieses Aufenthaltes werden Gespräche mit den Angehörigen und Patienten geführt, wie es zu Hause weiter kann. Der Sozialdienst des Krankenhauses hat dafür ein Netzwerk zu den ambulanten Partnern in der Region aufgebaut. Eva Kostolnik kann nach dieser Reha in der Klinik jetzt noch eine Kur nutzen, um wieder fit zu sein.