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Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Wenn Manfred Böttcher gerufen wird sich anzuschauen, was mancher im Wald in seinen Korb sammelte, geht es schon mal um Leben und Tod. Der Stavenhagener ist Pilzberater. Und hat dieser Tage noch einmal gut zu tun.

Wer in diesem Herbst noch auf Pilzjagd gehen will, sollte sich sputen, denn fürs Gedeihen des Waldgemüses            wird es langsam zu kühl.
Antonio Scarpi Wer in diesem Herbst noch auf Pilzjagd gehen will, sollte sich sputen, denn fürs Gedeihen des Waldgemüses wird es langsam zu kühl.

Doll war es bisher nicht mit den Pilzen in diesem Herbst. Erst zu trocken. Als endlich Regen fiel, zu kalt. Unsere Speisepilze sind wettertechnisch ziemliche Sensibelchen, weiß Manfred Böttcher. Und rät: Wer in diesem Jahr noch einmal Beute machen will, sollte nicht mehr lange warten. Der Mann muss es wissen. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet er ehrenamtlich als Pilzberater, staatlich anerkannt, mit Zertifikat.

"Maronen und die mit ihnen verwandten Rotfüßchen wachsen jetzt ganz ordentlich", sagt der 63-Jährige. Ein Steinpilzjahr indes sei 2013 eher nicht: "Dazu war es im Spätsommer einfach zu trocken, und jetzt schon zu kalt."

Pfifferlinge und Champignons kommen zurzeit gut

Dafür sprießen, weiß der Experte, zurzeit Pfifferlinge, Wiesenchampignons sowie Krause Glucke und Parasol. In den letzten Tagen haben einige Sammler in den Wiesen um Stavenhagen einige schöne Riesenboviste "geerntet". Die schneeweißen Pilzkugeln kann man in Scheiben geschnitten und paniert wie Schnitzel in der Pfanne braten.

Das sieht beim Karbol-Egerling schon ganz anders aus. Die Ähnlichkeit mit einem edlen Verwandten brachte ihm auch den Namen Giftchampignon ein – und Manfred Böttcher warnt ausdrücklich vor dieser Verwechslungsgefahr. Darum erinnert Böttcher vor an eine goldene Regel: Nur sammeln, was man kennt und im Zweifel stehen lassen.

Manche Arten stehen nicht in den Bestimmungsbüchern

Bestimmungsbücher helfen aber offenbar auch nicht immer. Vor allem ältere Exemplare nicht. Da stehen manche Arten nämlich gar nicht drin, die sich in den letzten Jahren bei uns ausgebreitet haben wie der Gifthäubling. Die zierlichen Pilzchen wachsen an Baumstubben und sehen den beliebten Stockschwämmchen ziemlich ähnlich. Böttcher warnt eindringlich: „Das Gift der Häublinge ist fast so stark wie das der Grünen Knollenblätterpilze.“

Der Pilzexperte mahnt allgemein zur Vorsicht: Sollte sich dem Verzehr von Pilzen eine ungewöhnlich und auffälliges Unwohlsein einstellen, sofort den Hausarzt anrufen. „Je früher, desto besser. Die meisten Vergiftungen seien abwendbar, wenn der Arzt rechtzeitig eingreift.“

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