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Wächst im Kronwald bald Reis statt Bäume?

In den Wäldern läuft derzeit die Aufforstung. Doch nicht auf allen Standorten gehen die Arbeiten gut voran. So entwickelt sich eine Fläche im Kronwald zum echten Problemfall, wenn die Untere Naturschutzbehörde nicht einlenkt.

Etwas ratlos schauen sich die Forstleute die Fläche im Kronwald an. 4000 junge Erlen wurden hier gerade gepflanzt, doch ob sie in dieser Nässe überhaupt eine Chance haben, ist fraglich.
Jana Otto Etwas ratlos schauen sich die Forstleute die Fläche im Kronwald an. 4000 junge Erlen wurden hier gerade gepflanzt, doch ob sie in dieser Nässe überhaupt eine Chance haben, ist fraglich.

Schwierige Böden gehören zum Tagesgeschäft von Bernd Rohde. Doch beim Anblick dieser 2,4 Hektar großen Fläche verschlägt es dem Förster des Kronwaldes fast die Sprache. Erst vor Kurzem wurden auf dem Areal, wo einst Eschen standen, 4000 junge Erlen gepflanzt. Reis wäre wahrscheinlich besser gewesen. Denn die Fläche ist total vernässt und damit hat selbst der erfahrene Förster nicht gerechnet. Überall steht das Wasser in Pfützen, der Wald gleicht einer kleinen Seenlandschaft. „Das ist selbst für sehr schwere Böden außergewöhnlich“, meint er. Rohde kennt seinen Wald wie seine Westentasche und  weiß, dass Erlen selbst auf feuchten Standorten sehr gut zurechtkommen. „Aber sie können nicht im Wasser gepflanzt werden und auch nicht anwachsen“, sagt der Forstmann. Deshalb wird auf dieser Fläche erst mal pausiert.

Dabei könnte Bernd Rohde mit dem Arbeitsstand in seinem Revier eigentlich zufrieden sein. Knapp acht Hektar sind nach dem Eschensterben umgebaut worden, jetzt wachsen auf diesen Flächen Erlen, Roterlen, Ulmen und Hainbuchen. Und das Wetter spielte in diesem Jahr auch soweit mit, dass ordentlich etwas geschafft werden konnte. Doch die besagten 2,4 Hektar entwickeln sich zum Sorgenkind.

Das große Problem sind die zwar vorhandenen, doch nicht funktionierenden Gräben in dem Bereich. „Da wurde lange nichts dran gemacht“, sagt Rohde. Denn die Gräben würden normalerweise das Oberflächenwasser aufnehmen und wegtransportieren. Doch damit sie das können, müssen sie regelmäßig frei gebaggert werden. Und das geht nicht so einfach, denn die Fläche ist ein geschütztes Biotop. „Wir können hier also nicht so arbeiten, wie wir es gern möchten“, schildert Bernd Rohde. Es muss ein Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt werden, doch große Hoffnungen auf einen positiven Bescheid hat der Förster nicht. „Bislang wurden solche Anträge immer abgelehnt“, sagt Rohde. Wenn aber alles so bleibt, wie es ist, würde die 2,7 Hektar große Fläche langfristig für die Forst verloren sein.