Vor der Bundestagswahl:

Wahlkampf nur an sehr wenigen Plätzen

Aufdringliche Plakatierung hat bei früheren Wahlen manchen Bürger verärgert. Vor der neuen Bundestagswahl indessen muss man die Werbung in Demmin schon fast suchen. Was wiederum die Frage aufwirft: Wen kann man wählen?

Schwarz, Rot, Grün vor dem Krankenhaus: Dort konzentrieren sich Großplakate von CDU, Linken und Grünen. Insgesamt aber fällt der Wahlkampf in den Straßen wenig auf.
Schwarz, Rot, Grün vor dem Krankenhaus: Dort konzentrieren sich Großplakate von CDU, Linken und Grünen. Insgesamt aber fällt der Wahlkampf in den Straßen wenig auf.

Etwas mehr als drei Wochen noch, dann können die Demminer den neuen Bundestag wählen. In den nächsten Tagen wird die Stadt  laut Vize-Bürgermeister Kurt Kunze die Wahlbenachrichtigungen verschicken, das Amt Demmin-Land hat sie bereits versandt. Doch wen können die Bürger wählen?

Obwohl der Wahlkampf  in seine heiße Phase geht, ist davon in der Hansestadt noch wenig zu spüren. Politikerbesuche halten sich in Grenzen und selbst an den Straßenrändern sind dem subjektiven Eindruck nach kaum Konterfeis von Kandidaten zu finden. Zwar gibt es einige Großplakate wie etwa vor dem Krankenhaus oder am Luisentor, doch darüber hinaus muss der Autofahrer schon beinahe nach der Wahlwerbung suchen.

In der Loitzer Straße beispielsweise, deren Laternenmasten noch vor einigen Jahren regelrecht eingekleidet waren, dominieren heute  Discounter- und Veranstaltungsreklame. Dazwischen noch am häufigsten zu finden CDU-Kandidat Eckhardt Rehberg, während die SPD-Kandidatin Jeannine Pflugradt ein ebenso einsames Dasein fristet wie die Piraten. Letzteres freilich ist nicht unbedingt ein Wunder bei einer Partei, die auf einen Teil ihrer Plakate schreibt „Vertraue keinem Plakat“, wie es sich in der Kahldenstraße findet. Auch an anderen Demminer Hauptstraßen fällt die Werbung recht diskret aus. In trauter Koalitionszweisamkeit hängt etwa in der Jarmener Straße über Rehberg der Liberale Dietrich-Eckard Krause, in der Stavenhagener gibt es wiederum fast nur Rehberg.

Vielleicht liegt diese Zurückhaltung an der Zahlungskraft der Kandidaten, vielleicht auch an einer neuen Satzung der Stadt. Sie beschränkt die zulässige Zahl an Plakaten auf 120 je Partei. Ob die noch erreicht wird, ist fraglich. Anträge für neue Plakatierungen liegen laut Ordnungsamt bislang nicht vor.