Kummerower See:

Wasserpest wuchert: Gravelotte wächst zu

Was ist mit dem Kummerower See los? Erst das herrlich klare Wasser, jetzt das Kraut: Das Unterwasser-Grünzeug wuchert derart heftig, dass im Hafen Gravelotte die Boote stecken bleiben.

Wassergrundstück mit Wiese: Im Sportboothafen Gravelotte bildet das wuchernde Kraut inzwischen großflächig Teppiche. Für Motorboote ist da kein Durchkommen mehr.
Thoralf Plath Wassergrundstück mit Wiese: Im Sportboothafen Gravelotte bildet das wuchernde Kraut inzwischen großflächig Teppiche. Für Motorboote ist da kein Durchkommen mehr.

"Lotte" kam bis kurz vor die Hafenausfahrt, dann war Schluss. Das Ruderblatt und die Antriebsschraube der Segelyacht hatten sich derart mit Kraut umwickelt, dass an Steuern nicht mehr zu denken war. Links die Mole, rechts Stege: Fast wäre der Segler mit einem anderen Boot zusammengestoßen.

Das wuchernde Kraut ist derzeit Thema Nummer eins in den Häfen am Kummerower See. In Salem blieben die Boote zuletzt im Hafenbecken regelrecht stecken, in Gravelotte ist es kaum besser.

Teile des Hafens sind unbefahrbar

Das Wasser des Sees war ungewöhnlich sauber in diesem Frühsommer, so klar wie seit Jahren nicht. Mittlerweile haben sich geschlossene grüne Teppiche gebildet, Teile des Hafens sind unbefahrbar. Die Mole, zum Schutz gegen Wellenschlag verlängert, begünstigt die Verkrautung noch.

Denn im stillen warmen Wasser wuchert das Grünzeug, als hätte jemand Dünger draufgekippt. Tausendblatt, Hornkraut, Wasserpest. Gut für Fischlaich. Ganz schlecht für Außenborder.

Inzwischen greifen die Bootsleute zur Selbsthilfe. In zwei Arbeitseinsätzen zerrten Freiwillige mit Krautharken und Seilen das Kraut aus dem Wasser und wuchteten große Berge davon auf – mehrere Tonnen kamen zusammen. Die Gemeinde unterstützt die Einsätze nach Kräften, lässt das Grünzeug abfahren, mehr kann sie sich nicht leisten. Auf so ein Gewucher war keiner vorbereitet.

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