Naturschutz:

Wasserverband bibbert vor zu vielen Bibern

Gibt es in der Region zu viele der großen Nager? Der Wasser- und Bodenverband Untere Tollense/Mittlere Peene sagt Ja. Ihm kommen die tierischen Baumeister immer wieder in die Quere. Nur: Was tun?

Die Biber haben es sich in unserer Region längst gemütlich gemacht. Beim Wasser- und Bodenverband Untere Tollense/Mittlere Peene aber findet man ihre Populationsdichte mittlerweile ziemlich ungemütlich.
Felix Heyder Die Biber haben es sich in unserer Region längst gemütlich gemacht. Beim Wasser- und Bodenverband Untere Tollense/Mittlere Peene aber findet man ihre Populationsdichte mittlerweile ziemlich ungemütlich.

Mancherorts wird der Biber zum Ärgernis für Landwirte und den Wasser- und Bodenverbandes Untere Tollense/Mittlere Peene. Die Populationsdichte sei so groß, dass „er jeden kleinen Wasserlauf besiedeln muss“, sagt Hartmut Leddig, Verbandsvorsteher. Damit aber kommt der große Nager den Landnutzern ebenso wie dem Verband in die Quere. Während der sich derzeit um einen umweltverträglicheren Gewässerausbau bemüht, hat der Biber seine eigenen Baupläne.

Der Verband baut Stauwehre ab, der Biber setzt Staudämme hin und flutet Gelände, um genügend Wassertiefe für seine Burgen zu bekommen. Bei einem Gewässer gehe es aber auch um Nutz- und Siedlungsgelände. „Man darf es nicht nur aus Sicht des Naturschutzes betrachten.“ Damit gerät der Verband in einen Konflikt. Einerseits muss er den Wasserablauf sichern, andererseits kann er gegen die streng geschützten Tiere nicht ohne Weiteres vorgehen. „Der Aufwand wird von Jahr zu Jahr größer und das Verständnis für den Biber kleiner“, bringt Leddig die Stimmung auf den Punkt. „Dass er wieder angesiedelt wurde, freut uns alle. Aber irgendwann kippt das. Wenn es zu viele sind, muss man eingreifen können. Wir müssen aus meiner Sicht den Biber bewirtschaften.“

Doch die geforderte „Bewirtschaftung“ wird kaum machbar sein. Der Biber sei nun einmal international geschützt, das Naturschutzgesetz eine Bundesangelegenheit, sagt der Sprecher des Schweriner Landwirtschafts- und Umweltministeriums, Constantin Marquardt. „Wenn ein beträchtliches Schadenspotenzial droht, kann man mittels Ausnahmegenehmigungen Biber aus der Natur entnehmen. Das haben wir beim Elbe-Hochwasser auch gemacht“, sagt er. In der Regel aber bleibe nur die Möglichkeit der Vergrämung, beispielsweise durch Zäune oder das Anpflanzen von Bäumen, die der Biber nicht mag. „Abschießen geht nicht. An sich ist es ja auch ein gutes Zeichen, dass der Biber wieder da ist. Die Natur erholt sich, das Wasser ist sauber.“ Für einen Managementplan sieht er derzeit keine Chance. Stattdessen habe das Land rund 40 Biber-Beauftragte. Sie können darüber beraten, welche Möglichkeiten des Eingriffs bestehen.

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