Abschied mit deutlichen Worten:

Wehrchef geht, aber kämpft für neues Löschauto

Eigentlich war es so etwas wie eine Abschiedsrede für Danny Engelbrecht, Sarows leidenschaftlichen Wehrführer. Doch er legte sich noch einmal kräftig ins Zeug in seinem Jahresbericht – die Truppe braucht ein neues Auto. Dringend!

Um die Ausrüstung steht es nicht gut in vielen ländlichen Feuerwehren. Die Sarower Kameraden illustrierten dies in ihrer Jahresbilanz mit einem drastischen Bild: Ist es wirklich fünf vor zwölf?
Thoralf Plath Um die Ausrüstung steht es nicht gut in vielen ländlichen Feuerwehren. Die Sarower Kameraden illustrierten dies in ihrer Jahresbilanz mit einem drastischen Bild: Ist es wirklich fünf vor zwölf?

Reden kann er, das muss man ihm lassen. Und wenn Danny Engelbrecht über das Thema Feuerwehr spricht,  dann merkt man: Da ist einer in seinem Element. So war es auch am Sonnabend, als Engelbrecht auf der Jahreshauptversammlung „seiner“ Sarower Feuerwehr den Bericht hielt. Doch fast am Schluss, da versagte ihm die Stimme. Seinen Abschied zu verkünden fällt halt keinem leicht.

Für Danny Engelbrecht war es der letzte Auftritt als Wehrführer jener Truppe, für die er Feuer und Flamme war in 20 freiwilligen Dienstjahren. Er trat von seinem Amt zurück, aus beruflichen Gründen. Schon seit 2012 arbeitet der Sarower als Dozent an der Feuerwehrschule Malchow, doch bisher war er in dem Job meist noch „heimatnah unterwegs“, wie er sagt. Jetzt steht für ihn eine Ausbildung zum höheren Dienst an, in Rheinland-Pfalz. „Das geht nicht mehr, das kann ich mit meinem Anspruch an die Tätigkeiten in Sarow nicht vereinbaren.  Ich habe mich daher zu diesem Schritt entschlossen. Nach langem Zögern, das gebe ich zu.“

Ein 37 Jahre altes Löschauto - brenzlig

Vor der Wahl eines Nachfolgers teilte Engelbrecht in seinem Jahresbericht aber noch einmal ordentlich aus. In seiner Abschiedsrede  strich er vor allem den Zustand der beiden Einsatzfahrzeuge heraus: „Unser gemeindeeigenes Tanklöschfahrzeug ist 37 Jahre alt, mit einem größeren technischen Defekt muss jederzeit gerechnet werden. Damit würde zusätzlich zur desaströsen Wasserversorgung in der Gemeinde ein wichtiges Löschmittel für die Anfangsphase eines Brandeinsatzes fehlen.“

Das zweite Fahrzeug, der Katastrophenschutz-Lkw, sei 2014 vom Landkreis nach vernichtendem Tüv-Gutachten stillgelegt worden. „Nur das gute Ansehen unserer Feuerwehr im Kreis hat dazu geführt, dass wir ein Ersatzfahrzeug bekamen. Noch einmal ist mit so einer Hilfe nicht unbedingt zu rechnen. Damit wäre Sarow nicht mehr in der Lage, Brandschutz und Gefahrenabwehr sicherzustellen.“

Hauchdünne Mehrheit für den Nachfolger

Das saß. Vizebürgermeister Thies Holtmeier sah sich genötigt, die Kritik zu relativieren. Solche Probleme müssten natürlich angesprochen werden, räumte er ein, „aber wir sind bereits in positiv stimmenden Gesprächen und hoffentlich auf einem guten Weg, was einen Ersatz für das alte Auto betrifft.“

Spannend wurde es noch einmal, als die Wahl von Engelbrechts Nachfolger anstand. Der Stellvertreter war mit Markus Kollas schnell durch, doch der neue Wehrführer Heinz Kaddatz schaffte es erst im zweiten Wahlgang - und auch da nur mit der hauchdünnen Mehrheit von 15 Ja zu 12 Nein-Stimmen. Der Törpiner ist seit 30 Jahren dabei, er hat Danny Engelbrecht einst angelernt. Jetzt übernimmt er dessen Job. Leicht wird das nicht.

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