Rohrbruch in Demmin:

Wenn der Wasserhahn trocken bleibt ...

Ein Rohrbruch setzte vorübergehend die ganze Demminer Mühlenstraße aufs Trockene. Manch einen traf das hart, zum Beispiel mitten im Haare waschen.

Was tun, wenn aus dem Wasserhahn kein Wasser kommt? Die Demminer mussten jetzt improvisieren.
© grandeduc - Fotolia.com.jpg Was tun, wenn aus dem Wasserhahn kein Wasser kommt? Die Demminer mussten jetzt improvisieren.

Wann bekommt man schon einmal den Kopf mit teurem Mineralwasser gewaschen? Was wohl nur unter außergewöhnlichen Umständen geschieht, das ist jetzt in der Demminer Mühlenstraße eingetreten. Denn in dem dortigen Leitungsbereich brach in der Nähe der alten Villa Heyden-Linden ein Rohr. „Gusseisen“, sagt der Demminer Wasserwerk-Chef, Klaus Ehlert. „Um das Ganze einzugrenzen, mussten wir erst einmal die Mühlenstraße von der Leitung abtrennen.“

Das kam zu Wochenbeginn für die Anwohner völlig überraschend. Morgens hatten sie noch Wasser, am späteren Vormittag blieben sämtliche Hähne trocken. Kein Kaffee, keine Dusche, keine Toilettenspülung. Stundenlang. Er habe eine pflegebedürftige Mutter, ärgerte sich ein Anwohner. Was solle er machen, wenn sie auf die Toilette müsse?

Vielfältige Reaktionen auf die Havarie

Empörung bis Gelassenheit, die Reaktionen auf die Havarie fielen in der Wohn- und Geschäftsstraße vielfältig aus. Im Bioladen „Die Zwiebel“ etwa musste man sich beim Reinigen der Messer behelfen, im einige Häuser weiter gelegenen Kosmetiksalon von Helga Vergils half ein Nachbar aus, der ein Installationsgeschäft hat, aus. „Er hat uns etwas abgefüllt“, freute sich Mitarbeiterin Ulrike Woller über die spontane Unterstützung.

Im Lauf des Tages mussten die Verbraucher trotz tröstlicher Ankündigungen immer wieder warten, bis Wasser aus dem Hahn kam, und als es floss, füllte zunächst nur eine schmutzige Brühe die Becken. Das lag offenbar am Durchspülen der Leitung. „Die Fließgeschwindigkeit ändert sich, dabei werden Ablagerungen aus den Rohren mitgenommen“, erläutert Klaus Ehlert diesen Übergang und setzt hinzu: „Es gibt Schlimmeres.“

Da musste improvisiert werden

Mittlerweile ist die Havarie wieder behoben und im Friseursalon von Ines Tietböhl müssen die Kunden beim Waschen wieder mit Leitungswasser Vorlieb nehmen. Den Salon traf der Rohrbruch besonders hart. Ines Tietböhls Mitarbeiterin Anja Wiechert war gerade dabei, einer Kundin Farbe abzuspülen, als das Wasser versiegte. Da half nur noch improvisieren. „Ich habe eine Kollegin gebeten, stilles Mineralwasser aus dem Supermarkt zu holen. Was will man machen? Die Farbe muss ja runter“, schmunzelt sie. Eine Flasche erhitzte sie im Kaffeekocher, die andere kam zum Kühlen dazu. So arbeitete sie dann am Nachmittag weiter.

Sehr zur Zufriedenheit ihrer Chefin, die das Ganze im Rückblick gelassen nimmt. „Das ist eine normale Sache, ein Rohrbruch kann schon mal passieren“, findet Ines Tietböhl. „Da muss man sich nicht gleich aufregen.“

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