Fundsachen:

Wenn Mützen und Schals auf Reisen gehen

Mit dem Herbst steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Busfahrer nach ihrer Tour Hinterlassenschaften ihrer Fahrgäste finden. Doch was passiert dann mit Handschuhen und Co.?

Norbert Ulrich ist seit 31 Jahren Busfahrer. Nach jeder Tour kontrolliert er, ob jemand etwas liegen gelassen hat, und auch diesmal wurde er fündig: Ein Basecap befand sich in der Ablage.             
Jana Otto Norbert Ulrich ist seit 31 Jahren Busfahrer. Nach jeder Tour kontrolliert er, ob jemand etwas liegen gelassen hat, und auch diesmal wurde er fündig: Ein Basecap befand sich in der Ablage.  

Norbert Ulrich ist zurück von seiner Tour. Der Busfahrer der Demminer Verkehrsgesellschaft (DVG) fährt die Linie 307 zwischen Demmin und Altentreptow. Jetzt macht er Klarschiff. Dazu gehört zu schauen, ob seine Fahrgäste etwas liegen gelassen haben. "Heute wohl nicht", meint er und wird dann doch fündig. Ziemlich weit vorne, auf der oberen Ablage, holt Norbert Ulrich ein Basecap hervor, ein rotes. Doch bevor er es in die Sammelstelle für derartige Fundstücke bringt, wird die Mütze noch ein paar Runden mit ihm drehen. "Meistens melden sich die Besitzer. Man legt diese Sachen dann so hin, dass sie sie auch gleich sehen", sagt der Busfahrer. Manchmal wird sogar unterwegs eine Übergabestelle verabredet, wenn der Weg zur DVG zu weit ist.

Was nicht abgeholt wird, landet in der Sammelstelle

In den meisten Fällen kommen Fundsache und Besitzer so schnell wieder zusammen. Doch nicht immer. Dann landen sie in einer Sammelstelle, einem kleinen Raum mit Regalen in der Geschäftsstelle der DVG im Quitzerower Weg. Dort liegt momentan ein Inhaliergerät ganz oben, daneben eine rosafarbene Uhr. Das Regal darunter gleicht dem eines Textil-Geschäfts: Hier stapeln sich ordentlich zusammengelegte Jacken und Pullover. Ganz unten stehen vier Turnbeutel. "Meistens lassen die Schulkinder etwas liegen", sagt Roland Techow, Leiter des Personenverkehrs.

Auch Handys und Geldbörsen bleiben liegen

Um einen Überblick zu behalten, wird sorgsam Buch geführt. Linie, Tag und Uhrzeit werden vermerkt, damit die Mitarbeiter sich schnell zurechtfinden, wenn beispielsweise eine Mutter am Telefon nach einem verloren gegangenen Turnbeutel fragt. Die Sachen bekommen fortlaufende Nummern, so dass sie schnell zugeordnet werden können. Liegen gelassen wird so ziemlich alles, am liebsten jedoch Handschuhe, Schals und Mützen. "Doch auch Handys und Portemonnaies wurden schon gefunden. Manchmal auch Hefter oder Federtaschen, je nachdem, was die Kinder im Bus so machen", weiß Roland Techow. Sollte niemand die Sachen vermissen, wandern sie nach dem Ende der nächsten Ferien in die städtischen Fundbüros.

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