Stadt will politisch neutral sein:

Wer organisiert das nächste Friedensfest?

Das Aktionsbündnis 8. Mai will das Friedensfest in Demmin an die Hansestadt übergeben. Aber die Stadt schlägt das Angebot aus. Bleibt Demmin weiterhin bunt, wenn die Nazis aufmarschieren?

 Demmin bleibt bunt - so heißt es in einem offenen Brief des Aktionsbündnisses 8. Mai an den Stadtpräsidenten von Demmin, Eckhart Tabbert und Bürgermeister Michael Koch. 2009 hatte sich das Aktionsbündnis 8. Mai gegründet, um den fackeltragenden Neo-Nazis entgegenzuwirken, ein großes Friedensfest zu gestalten. Denn noch 2009 hieß es von der Hansestadt zu den Naziaufmärschen "Türen und Fenster geschlossen halten und den braunen Spuk ignorieren. Damals standen nur eine Handvoll Menschen mit einem Transparent "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" auf der Hafenbrücke in Demmin. Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit mit dieser Situation, beschloss eine kleine Gruppe, dass der Protest an diesem Tag anders angegangen werden muss. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren.

"Ziel war und ist es, zusammen mit Menschen aus Demmin und Umgebung, Gesicht zu zeigen und aktiv zu werden, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen", heißt es weiter in dem offenen Brief. Seit 2009 gab es in Demmin einen friedlichen und bunten Protest am 8. Mai, mit den Vertretern der Stadt. Das gemeinsam organisierte Friedensfest war der Mittelpunkt des Widerstandes gegen die Neonazis und steht seit 2011 unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters von Demmin. Parallel dazu gibt es übers Jahr Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung. Künftig soll dieses Friedensfest nun in die Hände der Stadt übergeben werden, aber das Aktionsbündnis will auch weiter an der Seite der Stadt mitwirken. Bürgermeister Michael Koch hingegen weist dieses Angebot zurück. Die Kommune könne das finanziell nicht leisten und müssen sich politisch neutral verhalten. Wie soll es nun weitergehen? Die Jungen Europäer von Demmin sehen das mit skepsis. "Warum verhält sich die Stadt neutral? Machen sie damit den Weg frei für die NPD? Die Stadt ist damit falsch beraten", sagt Siegfried Logall von den Jungen Europäern.

 

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