Kurioses Angebot:

Wer will meinen Panzer kaufen?

Johannes Eitschberger leitet den Tutower Flugplatz. In einer der Hallen dort steht eine 30-Tonnen-Maschine, die er jetzt loswerden will. Das gute Stück hat weniger als 1000 Kilometer auf dem Tacho. Aber es gibt so einige Besonderheiten...

Johannes Eitschberger sieht aus der Einstigegsluke heraus. Für seinen Panzer hat er keine Verwendung mehr - und sucht einen Käufer.
Kai Horstmann Johannes Eitschberger sieht aus der Einstigegsluke heraus. Für seinen Panzer hat er keine Verwendung mehr - und sucht einen Käufer.

So ein T-55-Fahrschulpanzer macht einiges her, wenn man vor ihm steht. Voll einsatzbereit, technisch top in Schuss und natürlich demilitarisiert. Da kann der nächste Schneesturm kommen oder eine Ausfahrt durch Schlamm und Geröll geplant werden. Probefahrt? Ist auch möglich!

Denn der T 55 soll seinen Besitzer wechseln. So schreibt es Johannes Eitschberger (33) in einem Internetportal, auf dem er seinen Panzer zum Verkauf anbietet. Kosten soll das ehemals sowjetische Schmuckstück 16 000 Euro.

3,5 Liter Verbrauch - pro Kilometer

Eitschberger, der seit September 2006 den Flugplatz Tutow leitet, erklärt das Ding mit dem Panzer so: „Vor drei Jahren plante ich, hier auf dem Gelände eine Panzerfahrschule zu eröffnen.“ Er kaufte den ehemaligen Bergepanzer in Brandenburg. „Wir kauften sogar noch einen zweiten T 55, der im Februar in Loddin den Bagger aus dem Hafenbecken zog. Aber irgendwie lohnt es sich nicht, noch eine Panzerfahrschule zu eröffnen“, sagt Eitschberger.

So stehen beide T 55 aus den 70er Jahren erst einmal in einer der Flugplatzhallen. Der eine wartet auf einen neuen Besitzer, der andere wird bei Eitschberger bleiben. Vom Kilometerstand ist der Panzer allerdings ein echter Neuwagen, der Tacho zeigt schlappe 910 Kilometer an. Aber ach, wäre da nicht der Verbrauch! „Der liegt so zwischen 3,5 und 8,5 Litern“, sagt Eitschberger. Hört sich ja im ersten Moment ganz gut an, sprächen wir hier vom Verbrauch auf 100 Kilometer. Der T 55 verbraucht allerdings soviel Diesel auf nur einem (!) Kilometer. 

Bundeswehr: Danke, wir haben genug Panzer

Bei einem möglichen Interessenten haben wir übrigens selbst einmal angefragt: Die Bundeswehr. Oberstleutnant Markus Beck, Pressesprecher im Bundesverteidigungsministerium, amüsiert das Angebot: „Wo hat er den denn hergeholt?“, fragt er und lacht.

Aber Spaß beiseite: Könnte die Bundeswehr nicht doch etwas mit diesem Panzer anfangen? Immerhin klagt die Truppe ja immer wieder mal über Technik-Mängel. Doch Beck winkt ab: „Nein, im Augenblick haben wir genug Panzer.“

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung