Zu Besuch beim Bullmastiff-Rüden:

Wie geht es Louis nach seinem Martyrium?

Kein Tierschicksal bewegte die Region mehr, als der Fall um den fast zu Tode gequälten Bullmastiff-Rüden Louis. Seine Peiniger wurden jetzt verurteilt – der Hauptverantwortliche zu vier Monaten Haft. Der Nordkurier hat Louis besucht, um zu sehen, was aus dem Hund geworden ist.

Dicke Freunde sind der Bullmastiff-Rüde Louis und Silke Alversleben: "Es ist schön, mit ihm zusammen zu leben." - Oben links: Louis nach seiner Rettung im vergangenen Jahr.
Georg Wagner und Kirsten Lenz Dicke Freunde sind der Bullmastiff-Rüde Louis und Silke Alversleben: "Es ist schön, mit ihm zusammen zu leben." - Oben links: Louis nach seiner Rettung im vergangenen Jahr.

Vor rund einem Jahr bot der Bullmastiff-Rüde Louis noch ein Bild des Jammers. Fast verhungert und verdurstet rettete ihn der Demminer Tierschutzverein aus einer Malchiner Wohnung. Ein Tierarzt riet zunächst zum Einschläfern, doch die Tierschützer stellten sich quer. Zwei Mal sprach das Gericht im Fall-Louis ein Urteil: Der Hauptverantwortliche erhielt vier Monaten Haft ohne Bewährung, der früherere Besitzer musste eine Strafe von 60 Tagessätzen à zehn Euro bezahlen.

Wie geht es Louis jetzt?

Wer Louis jetzt zum ersten Mal sähe, der könnte sich seine traurige Geschichte kaum vorstellen. Wohlig räkelt sich der Bullmastiff-Rüde im Gras und schlendert dann breitbeinig zu dem Tisch, wo Silke Alversleben mit ihrem Besucher sitzt. Ein stämmiger Kerl ist er, der Hund, mit massiger Brust, scheinbar vor Kraft strotzend wie nach langjährigem Fitnesstraining. Gutmütig legt er dem Besucher seinen Kopf auf die Arme und lässt sich von dem Fremden kraulen. "Das mag er", sagt Silke Alversleben.

Als Louis vor etwa einem Jahr auf das geräumige Anwesen von Silke und Dirk Alversleben kam, hatte er gerade die schlimmsten Tage seines achtjährigen Lebens hinter sich und noch viele bange vor sich, ein Schwanken zwischen Leben und Tod, Wechsel zwischen Familie, Tierheim und immer wieder klinischen Behandlungen. Denn der Hund, der vormals Wotan hieß, wäre durch Vernachlässigung fast qualvoll verendet.

Monatelange medizinische Behandlungen

Louis hätte bösartig, zumindest aber neurotisch und menschenscheu werden können nach den Misshandlungen durch die früheren Halter und der monatelangen medizinischen Behandlung. Doch scheinbar ist nichts zurückgeblieben. Im Gegenteil.

"Er ist freundlich und glücklich und wedelt den ganzen Tag mit dem Schwanz", erzählt Silke Alversleben. Sie und ihr Mann hatten den Hund einige Tage nach seiner Rettung durch die Tierschützer in Pflege genommen.

Ihre weiße Schäferhündin Eisby nahm sich sofort des neuen Artgenossen an. Sie legte sich zu ihm und leckte ihn, wenn es ihm schlecht ging. Doch nicht nur die Hündin Eisby war an Louis Seite. Von Anfang an nahm eine riesige virtuelle Fangemeinde Anteil an seinem Schicksal und zitterte immer wieder mit ihm.

Paten für Louis

Über Facebook kamen Genesungswünsche und Spenden aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Bis heute hat sich ein Teil davon erhalten. Drei Paten unterstützen die Familie mit Spenden, andere Louis-Freunde erkundigen sich immer wieder nach dem Befinden des Hundes.

42 Kilogramm wiegt er jetzt. Wer ihn sieht, könnte sich den Rüden kaum noch in seinem jämmerlichen Zustand vor einem Jahr vorstellen, obwohl er nach wie vor keine Treppen steigen kann. "Wir haben ihn alle ins Herz geschlossen", sagt Silke Alversleben und lächelt Louis an.

 

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