Zwei Kilometer Abstand gefordert:

Wie nah dürfen Windräder Häusern kommen?

Ein Aktionsbündnis setzt sich für einen höheren Abstand von Windrädern zu Wohnhäusern ein. 15.000 Unterschriften haben sie dafür bereits gesammelt. Doch im Kreistag weht dem Bündnis heftiger Wind entgegen.

So wie in Quitzerow werden in der Region mittlerweile viele Dörfer von Windkraftanlagen überragt.
Georg Wagner So wie in Quitzerow werden in der Region mittlerweile viele Dörfer von Windkraftanlagen überragt.

Die vom Aktionsbündnis gegen unkontrollierten Windkraftausbau "Freier Horizont" mitgetragene Volksinitiative für größere Abstände von Windkraftanlagen zu Siedlungen wird noch einmal den Kreistag Mecklenburgische Seenplatte beschäftigen.

Ziel des Aktionsbündnisses ist es, in der Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern die sogenannte 10h-Regelung durchzusetzen. Diese sieht vor, dass der Abstand von Windrädern zu Wohnbebauungen mindestens das Zehnfache der Gesamthöhe einer Anlage beträgt.

Forderung bedroht die Energiewende

Moderne Anlagen kommen auf bis zu 200 Meter Höhe, der Mindestabstand wären dann zwei Kilometer. Bisher sind nur 800 bis 1000 Meter üblich.

Die Regelung ist im Land umstritten. "Damit wäre die Energiewende in Gefahr", hielt Jochen Lansky von der Linkspartei dem Vertreter des Aktionsbündnisses, Norbert Schumacher, entgegen.

Bisher gebe es rund 18.000 Hektar Eignungsflächen im Land. Mit der 10h-Regelung wären es nur noch 830 Hektar. "Und da ist der Artenschutz noch gar nicht drin", sagte Lansky.

Noch drei Monate Zeit

Jetzt soll der Antrag erst einmal in den Ausschüssen behandelt werden, ehe er wieder auf die Tagesordnung des Kreistags kommt. Allerdings könnte die Beratungszeit knapp werden.

Denn das Aktionsbündnis hat bereits die Volksinitiative mit den erforderlichen 15.000 Unterschriften bei Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider abgegeben.

Dem Landtag bleibt damit eine Frist von drei Monaten, um das Thema zu behandeln.

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Kommentare (3)

Ein Aktionsbündnis von Einwohnern will jetzt auch in MV die gleiche 10h-Regelung durchzusetzen, die im fernen Bayern schon gilt. Warum eigentlich immer 100 Jahre auf Veränderung warten? Die Zeiten der Leibeigenschaft sind lange vorbei und auch die friedliche Revolution liegt schon 25 Jahre zurück. Den willigen Vollstreckern großindustrieller Lobbyisten muss endlich Einhalt geboten werden. Ja, nicht nur Güllefabriken und Giftspritzen schränken das schöne Leben auf dem Lande ein. Moderne Windkraftanlagen kommen also auf 200 Meter Höhe, passend zu einer 10.000 Sauenanlage. Wie hoch werden dann wohl die noch moderneren Anlagen sein, die zu einer 100.000 Schweinefabrik passen? (die Mastanlage in Hassleben sollte 600.000 Plätze bekommen). Die Masten wachsen wieder ungebremst. Müssen das die Einwohner wirklich so akzeptieren? In Burow steht seit Jahren ein kleines Windrad. Einspruch dagegen ist unbekannt. Warum wird die Energiewende wohl nicht dezentral durchgeführt? Weil es um Energie-Export geht. Gift und Gülle bleibt hier... Lustig, dass eine Volksinitiative die erforderlichen 15.000 Unterschriften bei Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider abgegeben konnte. So kann der Gegenwind der hiesigen Lobbyisten im Kreistag ungestört herumpusten.

Läuft dieser Herr Jochen Lansky auch Gefahr, dass sein Grundstück wegen nahe stehender Windkraftanlagen wertlos wird? Dann würde er eventuell anders denken. Ja - und Bayern liegt auch in Deutschland - und ja, dort wird der Bürgerwille mehr geachtet als in MV! Vor meinem Dorf soll jetzt (drei Parks sind schon in der weiteren Umgebung) noch ein Park mit 18 Anlagen a 200 Meter gebaut werden. Auf Nachfrage durch den Gemeinderat beim Investor, ob der Abstand nicht größer als 1000 Meter gewählt werden könne, gab es eine lapidare Antwort: Wir müssen mit Ihnen gar nicht reden, wir haben alle Genehmigungen... Übrigens : Wer baut diese Investruinen wieder ab, wenn die Förderzeiten vergangen sind?

Ja, der Mensch stört in MeckPomm. Ohne wäre es so wunderbar, dann könnte sich endlich das ganze Land in eine hübsche Agrarsteppe verwandeln, optisch schön aufgelockert nur durch über allem aufragende Windräder (Baum und Strauch nehmen ja nur kostbare Anbaufläche weg und bringen keinen Ertrag). Gut, den Müritz-Nationalpark und ein paar Seebäder an der Küste könnte man der Bevölkerung erhalten, so Disney-World-mäßig, für die Touristen. Damit die auch sehen können, wie schön es in MeckPomm ist, bzw. mal war.