Experten dringen auf bessere Vernetzung touristischer Angebote:

Wie viel Geld braucht der Fremdenverkehr am See denn noch?

Die Sportboothäfen Meesiger und Kummerow bekommen jetzt einen Millionen-Nachschlag, um Schutzmolen zu bauen. Trotzdem: Ein Wirtschaftszweig ist das Geschäft mit dem Urlaub in der Seeregion nach wie vor nur ansatzweise. Hilft noch mehr Geld?

Auch Orkan „Xaver“ hat im Hafen Gravelotte wieder schwere Schäden angerichtet wie bisher noch jedes Sturmtief, künftig soll das ja nun die geplante Mole verhindern. Der See-Tourismus allerdings ist mit solchen Millioneninvestitionen allein noch nicht auf dem grünen Zweig.
Thoralf Plath Auch Orkan „Xaver“ hat im Hafen Gravelotte wieder schwere Schäden angerichtet wie bisher noch jedes Sturmtief, künftig soll das ja nun die geplante Mole verhindern. Der See-Tourismus allerdings ist mit solchen Millioneninvestitionen allein noch nicht auf dem grünen Zweig.

Die Region um den Kummerower See braucht in den nächsten Jahren weiter erhebliche Investitionen in die Infrastruktur, um ihr touristisches Potenzial ausschöpfen zu können. Sagt Jürgen Seidel. Der Ex-Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, inzwischen CDU-Landtagsabgeordneter und zum zweiten Mal Chef des Tourismusverbandes, ist sich sicher, das Fleckchen Land zwischen Mecklenburgs Schweiz und Vorpommerns Peenewildnis ist als Urlaubsgegend ein „Brillant“ – nur dass das noch zu wenige wissen. Das aber werde sich ändern: „Die großen Wachstumspotenziale für den Tourismus in unserem Land liegen nicht mehr in Binz und Heringsdorf, die Möglichkeiten dort sind nahezu ausgereizt. Es ist das Binnenland. Darum muss hier in den kommenden Jahren mehr passieren. Landschaft und Natur sind wichtig, reichen für den Tourismus aber leider überhaupt nicht.“

Die Erkenntnis ist nicht neu. Hineingesteckt haben Bund, Land und Brüssel schon Millionen, um die 32 Quadratkilometer Wasser und seine Uferzonen Urlaubern schmackhaft zu machen. Allein der Blick auf den Ausbau der Sportboothäfen zeigt: Viel Geld wurde schlichtweg in den See gekippt. Aalbude etwa: viel zu klein, viel zu eng, als Anleger für Boote moderner Charter- und Wasserwandergröße nur eingeschränkt nutzbar. Gravelotte bekommt nun im zweiten Anlauf endlich mehr Wellenschutz – fast 20 Jahre nach dem fehlkonstruierten Erstbau. Kummerow: das gleiche Spiel. Im bisherigen Zustand war der Hafen bei den vorherrschenden Wind- und Wetterlagen nicht nutzbar. Auch hier soll der Bau einer Steinschüttmole helfen.

Vor diesem Hintergrund mahnte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) an, die Anrainergemeinden mögen die geförderten Investitionen etwa in die bootstouristische Infrastruktur in eine regionale Aufwertung ummünzen – allein Meesiger bekommt für seine Mole 1,2 Millionen Euro. Das Geld sei gut angelegt, so Glawe, aber in Zukunft müssten die „in großer Vielzahl vorhandenen“ touristischen Angebote am See stärker vernetzt werden. 

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