Unwetterschäden im Demminer Land:

Windbruch: "Xaver" zieht eine Splitterspur

So langsam wird das Ausmaß an Schäden sichtbar, das der Orkan im Demminer Land hinterlassen hat. Vor allem die Förster haben in den nächsten Wochen viel Arbeit. Und wer noch Brennholz braucht: In den Wäldern gibt es jetzt mehr als genug.

Windbruch in der Woldeforst, zum Teil bereits brennholzgerecht aufgearbeitet: Orkan "Xaver" hat in den Forstrevieren des Demminer Landes ordentlich Kleinholz gemacht.
Thoralf Plath Windbruch in der Woldeforst, zum Teil bereits brennholzgerecht aufgearbeitet: Orkan "Xaver" hat in den Forstrevieren des Demminer Landes ordentlich Kleinholz gemacht.

Es würde richtig Kleinholz geben diesmal, so viel war Bernd Rohde klar, als Orkantief „Xaver“ vorigen Freitag seine ersten Böenwalzen über Vorpommerns Binnenland fegte. Rohde ist Förster im Rustower Kronwald, er kennt sein Revier. Und weiß, wo es am empfindlichsten ist: Es sind die Eschen.

So kam es denn auch, stellenweise noch schlimmer als befürchtet. „In einer Abteilung kann ich auf zehn Hektar durch den Bestand laufen, ohne einmal den Waldboden zu berühren. Einfach immer nur auf den umgekippten Eschenstämmen längst“, schildert Rohde seinen ersten Eindruck. Dabei ist er bis jetzt noch gar nicht in jede Ecke seines Reviers gekommen, um die Windwurfschäden aufzunehmen. Doch so viel steht fest: Orkan „Xaver“ hat eine regelrechte Splitterspur durch den Kronwald gezogen.

Sturm hatte leichtes Spiel bei kranken Bäumen

Dass der Sturm ausgerechnet in den Eschen so verheerend wütete, hat Gründe: Die Bäume sind extrem geschwächt. Viele todkrank. Das rätselhafte „Eschensterben“, seit knapp zehn Jahren auch in den Laubwäldern des Nordostens wie eine Epidemie grassierend, hat ganze Arbeit geleistet. „Viele Eschen sind in den Wurzeln von Pilzen befallen und verfault, die Kronen sind abgestorben. Da hat so ein Orkan leichtes Spiel“, sagt Rohde. In seinem Revier schlägt das besonders durch: Die Esche macht hier mehr als ein Drittel des Bestandes aus. Im Loitzer Stadtwald, einem Teil des grünen Riegels, gar gut die Hälfte.

Wie groß die Gesamtschäden durch den Sturm im Kronwald sind, traut sich der Revierförster zurzeit noch nicht zu beziffern. Das Beräumen des Eschen-Windbruchs wird seinen Leuten in den nächsten Wochen viel Arbeit machen.

Reiche Ernte hat „Xaver“ wohl auch in den Erlenbruchwäldern des Peenetals gehalten – vor allem in den angestauten Arealen, wo die Bäume im Wasser stehen und an Standfestigkeit verlieren, wie der Kronwald-Förster sagt. Auch in den Revieren des Darguner Forstamts hat der Orkan gewütet.

Für Brennholzwerber brechen indes gute Zeiten an. Bei den Revierförstereien wird viel Kleinholz angeboten.

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