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"Wir haben selten Fehler gehabt"

In den Dörfern des Amtes Demmin-Land sind am Sonntag 124 Wahlhelfer in den Wahllokalen im Einsatz. Eine davon ist Carla Giese aus Demmin, die in Lindenberg die Fäden in der Hand hält.

Obwohl Carla Giese seit Januar in Demmin wohnt, hat sie wieder den Posten des Wahlvorstehers in Lindenberg übernommen. Ehrenamt ist für die 55-Jährige Herzenssache.
Kirsten Gehrke Obwohl Carla Giese seit Januar in Demmin wohnt, hat sie wieder den Posten des Wahlvorstehers in Lindenberg übernommen. Ehrenamt ist für die 55-Jährige Herzenssache.

Im Herzen ist sie noch Lindenbergerin, gibt Carla Giese zu. „So schnell kommt man in Demmin nicht an.“ Die 55-Jährige lacht. Seit Januar wohnt sie in der Hansestadt. Eigentlich wollte sie als Wahlhelferin dann aufhören, dachte, es geht sowieso nicht mehr, wenn sie in einem anderen Wahlbezirk lebt. Im Dorf sei es nie ein Problem gewesen, dass Leute nachrücken. „Aber die Gemeinde hat mich wieder gefragt“, sagt sie. Die Verbindung nach Lindenberg ist immer noch da, sie ist Mitglied noch im Dorfclub und fährt einmal die Woche zum Sport aufs Land. Als es dann doch möglich war, dass sie als Demminerin auch in Lindenberg Wahlvorsteher sein darf, hat sie nicht lange gezögert. „Nach der Bundestagswahl werde ich dann mal gucken“, flunkert sie.

„Es gehört doch dazu, die Gemeinde zu unterstützen.“ Das sei in den Dörfern so, dass man fragt, wer könnte das machen? Seit Mitte der 1990-er Jahre hilft Carla Giese im Wahllokal. Vorher war sie selbst in der Gemeindevertretung, hat seit 1984 in Lindenberg gewohnt und war eine Zeit Leiterin des Kindergartens. Als sie 1994 in Demmin als Sozialpädagoge angefangen hat, mit Jugendlichen zu arbeiten, war sie nicht mehr Abgeordnete und konnte sich anderweitig engagieren.  „Würdigen muss man alle“, meint Carla Giese. „Ich allein bin es nicht. Wir sind sechs.“ Seit zwei bis drei Legislaturperioden seien sie ein Stamm, aber auch immer wieder kämen Neue hinzu. „Doch, in unserer Runde macht es Spaß“, meint die 55-Jährige. „Im Dorf ist das anders, die Leute kennen sich alle. Es ist ein anderes Verhältnis als in der Stadt. Sonst hätte ich es nicht noch mal gemacht.“