Demminer ärgern sich:

Wir sind doch keine Müllkippe!

Sperrmüllwochen sind keine Augenweide. Normalerweise kommt die Müllabfuhr und weg ist das Zeug. Diesmal blieb so viel liegen wie lange nicht mehr. Warum?

So wie hier sieht es überall in der Hansestadt aus.
Thoralf Plath So wie hier sieht es überall in der Hansestadt aus.

Die Frau guckt von ihrem Balkon in der Rosa-Luxemburg-Straße. Sie ist richtig wütend. Und sie wird nicht die einzige Demminerin sein, die sich darüber ärgert, wie es derzeit in manchen Straßen aussieht. Nach jeder Sperrmüllabfuhr bleibt etwas liegen, daran hat man sich gewöhnt, aber diesmal ist es besonders heftig. An der Nordmauer, in der Schillerstraße, im Wohngebiet zwischen Arndt- und Luxemburgstraße – überall das gleiche Bild: Plastikreste, alte Farbeimer, Radkappen, ausrangierte Klobecken, Elektronikschrott. Der scharfe Wind hat leichtes Spiel mit allem, was „flugfähig“ ist, Pappkartons und Plastikfolien. Im Kahldenwallweg sah es aus, als hätte sich dort ein Altstoffhändler ausgemistet.

„Ja, diesmal sieht es schlimm aus“, räumt Jörg Küthe, Chef des städtischen Ordnungsamtes, ein. Er hat Verständnis für den Ärger der Anwohner, auch wenn die Stadt für den Sperrmüll nicht zuständig ist, wie er betont. Das sei Sache des Landkreises. „Die Sperrmüllabfuhr nimmt wirklich auch nur das mit, was Sperrmüll ist. Das hat schon allein technische Gründe. Müll wird ja getrennt nach Fraktionen entsorgt, an verschiedenen Orten zum Teil. Darum bleibt dann eben liegen, was nicht zum Sperrmüll gehört.“ Die Entsorgung in den Demminer Wohnbezirken dauere noch bis Montag. „Erst danach, nach unseren Informationen am Dienstag, kommt das Nachsorge-Fahrzeug und sammelt den Reste ein.“

Das eigentliche Problem sei, dass manche Leute sich zu solcher Gelegenheit einfach jeglichen Abfalls entledigten, sagt der Ordnungsamtsleiter. Renovierungsabfälle, alte Sanitärkeramik, all so etwas sei kein Sperrmüll. „Darum kann ich nur an die Vernunft der Demminer appellieren, darauf zu achten, dass wirklich nur rausgestellt wird, was als Sperrmüll zählt. Und wenn die Entsorger etwas nicht mitnehmen, kann man es auch wieder reinholen, ich denke, das ist nicht zu viel verlangt. Wie unsere Stadt aussieht, das haben wir doch auch ein bisschen selbst mit in der Hand.“

Die Stadt ist gerade dabei, dem Kreisumweltamt die Stellen für das Nachsammeln nächste Woche zu melden. Künftig werde man verstärkt darauf achten, wer Sperrmülltermine missbrauche. „Da werden wir gegebenfalls auch mit Ordnungswidrigkeits-Anzeigen reagieren, wenn es nicht anders geht“, sagt Küthe.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!

Kommentare (1)

da hatte ich mir n platten gefahren mit den fahrrad es geht aber noch schlimmer aber laut aussage der Neubrandenburderstadtwirtschaft gesprochen keine pape papier altkleider altest geschr und glas schuhe usw. zum sperrmüll aber eine frechheit die mitarbeiter der Stadtwerke das so hinterlassen kann eine frechheit