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Wird der Mühlengraben trocken gelegt?

Die Stadtplanung im Bereich des Richtgrabenweges ist um eine Variante reicher geworden. Grund dafür sind die Hochwasserschutzmaßnahmen. Sie betreffen auch den Mühlengraben.

Entschlammen oder Verfüllen? Beides ist für den offenen Mühlengraben denkbar, beides wirft aber auch Probleme auf.
Georg Wagner Entschlammen oder Verfüllen? Beides ist für den offenen Mühlengraben denkbar, beides wirft aber auch Probleme auf.

In den 1990er-Jahren spielte die Stadt Demmin noch mit dem Gedanken, den gesamten Mühlengraben wieder zu fluten. Doch jetzt werden Überlegungen laut, auch das letzte Stück offenen Grabens zwischen Richtgrabenweg und Heyden-Linden-Park trocken zu legen. Den Anstoß dafür gaben die vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich der Bürgerwiesen und des Richtgrabenweges. Nach denen soll der bisherige Fußgängerdamm über den Graben abgetragen werden. Auf der Straßenseite des offenen Mühlengrabens ist eine Spundwand als Stützmauer geplant. Die aber müsste mehrere Versorgungsleitungen queren.

Eine kostenintensive Angelegenheit, weiß man in der Stadtverwaltung. Nach Gesprächen mit dem StALU und verschiedenen Versorgungsunternehmen wie der GKU stand deshalb die Frage im Raum, ob es günstiger wäre, den Graben aufzufüllen und damit trocken zu legen. Dafür wäre zunächst ein Gutachten nötig, das beispielsweise klärt, wie sich die Verfüllung auf den Wasserhaushalt in diesem Bereich auswirken würde.

Zwei Vorhaben stoßen auf einander

Für die Stadtverwaltung ging es nun zunächst um die grundsätzliche Frage, ob die Stadtvertretung einer Verfüllung des Grabens überhaupt offen gegenüber steht oder diese grundsätzlich ablehnt. Denn stadtplanerisch stoßen an dieser Stelle zwei Vorhaben auf einander. Das eine ist der Hochwasserschutz, das andere die Umgestaltung des bereits trockenen Mühlengrabenbereiches zwischen Frauenstraße und Richtgrabenweg zur Promenade. An diese würde der offene Mühlengraben als Wasserbereich angrenzen, die Stadt wollte ihn bisher entschlammen lassen.

Allerdings, das zeichnete sich jetzt im Stadtentwicklungsausschuss ab, könnten sich die Fachleute der Stadtvertretung den Mühlengraben auch ohne Wasserbereich vorstellen. Bei diesem wäre die "Erlebbarkeit" ohnehin nicht mehr gegeben, fanden sowohl Edda Beese (Die Linke) als auch Steffen Teetz (CDU). Grund: Für die Stützmauer wird der Gehweg auf dieser Straßenseite wegfallen, ebenso voraussichtlich eine Reihe der Linden. Im Ausschuss herrschte dann auch Konsens, dass das Gutachten in Auftrag gegeben werden kann.

"Das", gab Frank Ott (UWG) zu bedenken, "sollte dann aber jemand machen, der mit den örtlichen Verhältnissen vertraut ist." Ob der Graben dann tatsächlich aufgefüllt wird, steht auf einem anderen Blatt.

Kommentare (1)

Wäre es nicht angebracht auch mal was zu erhalten oder in den Urzustand zu versetzen,als einfach zu zuschütten,ich denke die Stadt Demmin wäre besser daran gelegen Besonderheiten zu erhalten,da es hier für den Tourismus und die Attraktivität der Stadt für Besucher die doch eigentlich Zahlreich vorhanden sind durch unser Dreisstromland nicht zum besten steht,wäre es nicht schön mal einen Paddler auf den Mühlengraben zu sehen sowie Gastromonie und weitere Angebote am Ufer. Sicher würde so mancher Tourist mit seinem Boot dann nicht nur die Stadt ohne Stop durchqueren .Zitat Buschmähn