Helfer im Advent:

Wo die „Küchentanten“ dirigieren

Es gibt sie doch, die Heinzelmännchen. In der evangelischen Kirchengemeinde sind es die ehrenamtlichen Helfer, die sich um das leibliche Wohl vor Konzerten in der Bartholomaei-Kirche kümmern. Und es gibt sogar noch einen leckeren Nachtisch.

Gabriela Koop (rechts) und Regina Brümmer füllen die Suppe für die Orchestermitglieder auf. Sie sind die "guten Seelen" in der Küche der Bartholomaei-Kirche.
Gudrun Herzberg Gabriela Koop (rechts) und Regina Brümmer füllen die Suppe für die Orchestermitglieder auf. Sie sind die "guten Seelen" in der Küche der Bartholomaei-Kirche.

 Der Tisch ist festlich gedeckt. Die Suppe dampft im Kessel. „Das ist einfach toll, in Demmin werden Solisten und Orchester immer gut versorgt“, sagt Solistin Annerose Kleiminger und bedankt sich bei den fleißigen Helferinnen Regina Brümmer und Gabriela Koop. Die Beiden sind schon seit 9 Uhr im Elsa-Brändström-Haus auf den Beinen. Denn es muss alles gut vorbereitet sein für das Orchester, das für das Konzert in der Bartholomaei-Kirche aus Prenzlau anreist.

Auch die Solisten kommen von weiter her und brauchen vor ihrem Auftritt eine Stärkung. „Das machen wir schon seit 20 Jahren, und wir haben Spaß daran, denn das Konzert zur Weihnachtszeit ist immer ein besonderer Höhepunkt für die Sängerinnen und Sänger der Kantorei“, sagt Gabriela Koop.

Kurz vor der Mittagszeit gönnen sie sich eine kleine Pause, aber dann wird schon die Suppe angeliefert. „In den ersten Jahren habe ich die Suppe noch selbst gekocht, Hackfleisch-Käsesuppe gab es. Die habe ich schon am Freitag vorbereitet, damit für Sonnabend alles fertig ist“, erzählt Gabriela Kopp. Ihre Freundin Regina Brümmer hat die Zwiebel geschält.

Aber jetzt machen sie sich diese Arbeit nicht mehr, die Suppe wird geliefert. Da bleibt für die beiden Freundinnen, die auch im Chor der Kantorei singen, trotzdem noch eine Menge zu tun. Unterstützung haben sie dabei in der Küche von Barbara Saß. Sie macht den Nachtisch, und der ist schon legendär. Es gibt eine Schokocreme.

Kirchenmusikdirektor Thomas Beck, der die Leitung des Chores hat, genießt diese Speise immer erst nach dem Konzert, verraten die Frauen. „Wir sind schon lange die Küchentanten, und wissen eigentlich gar nicht so richtig, wie es dazu kam. Aber wir machen das gern und ehrenamtlich“, erzählt Regina Brümmer.

Da gibt es aus den vergangenen Jahren so manche Begebenheit und kleine Anekdote. Ein Orchestermitglied habe mal sein weißes Hemd vergessen, Gabriela Koop holte schnell eins von ihrem Mann. Oder ein Knopf musste noch fix angenäht werden. Alles kein Problem für die Frauen.

„Mit einer Sopranistin haben wir immer Kochrezepte ausgetauscht. Die Athmosphäre vor und nach dem Konzert ist einfach immer sehr familiär“, meint Regina Brümmer. Das sei das Geheimnis des Zusammenhaltes in der Kantorei. Auch dem Chor bringe immer jeder etwas zum Essen mit. Denn nach dem Konzert werde gemeinsam geschmaust.

„Wir haben einmal beobachtet, dass Orchestermitglieder ihre Stullenpakete in der Kirche auspackten und in der Thermoskanne Kaffee mitbrachten. Das muss bei uns nicht sein, wir kümmern uns um die Verpflegung unserer Gäste. Das wird inzwischen sehr geschätzt“, sagt Gabriela Koop.

Und schon sitzen die ersten Musiker im Gemeindehaus, die ersten Proben sind beendet. Es kann gegessen werden, bevor die Generalprobe beginnt. Man freue sich immer auf die Auftritte in Demmin, meint einer der Musiker. „Hier gibt es immer etwas Leckeres zu essen“. Das freut die Frauen, dass ihr Engagement anerkannt wird. Aber sie wollen nicht allein im Mittelpunkt stehen. „Wenn wir beide zur Probe in die Kirche müssen, gibt es andere Helfer, die dann hier im Gemeindehaus aufräumen“, sagt Regina Brümmer. Und sie erwähnt auch noch Herbert Frank, der sich um die Technik in der Kirche für den Auftritt kümmert. Denn Scheinwerfer müssen eingestellt, vorher noch Programmhefte gedruckt werden. „Es gibt viele fleißige Helfer, die dafür sorgen, dass das Konzert zum Advent in der Bartholomaei-Kirche wieder zu einem besonderem Erlebnis wird. Wenn dann die Kerzen angezündet sind und der Stern angeht, ist für uns alle Advent“, schwärmt Gabriela Koop.

 

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