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Wolfs-Alarm: Behörden ermitteln

Das Schild, das an einem Wanderweg in der Mecklenburgischen Schweiz bei Salem auf jagende Wölfe hinweist, ruft nun die Behörden auf den Plan. Die Jäger verstehen den ganzen Lärm nicht. Warum, zeigt ein aktueller Fall aus der Gegend um Basedow.

So warnen "Die Jagdberechtigten" vor einem umherstreifenden Wolf.
Thoralf Plath So warnen „Die Jagdberechtigten” vor einem umherstreifenden Wolf.

Eine Warnung vor jagenden Wölfen an einem öffentlichen Wanderweg? Hunde an die Leine, Kinder auf den Arm? Für den Verfasser der Hinweistafel, die seit kurzem an einem Waldweg vor Wölfen warnt, hat die Aktion möglicherweise rechtliche Folgen. „Wir werden die Angelegenheit prüfen und wollen zunächst einmal versuchen herauszubekommen, wer das Warnschild dort überhaupt angebracht hat und aus welchem Grund“, zitierte Landkreis-Sprecherin Haidrun Pergande am Mittwoch die Kreisordnungsbehörde der Seenplatte. Über mögliche Konsequenzen könne erst anschließend, in Kenntnis der Umstände, entschieden werden. Unterzeichnet ist das Salemer Schild mit „Die Jagdberechtigten“.

Erst kürzlich schlug ein ganz ähnlicher Fall in Löcknitz bei Pasewalk, nahe der deutsch-polnischen Grenze gelegen, hohe Wellen. Nachdem Wanderer dort mehrere solcher furchteinflößender Wolfs-Warnungen entdeckt und sich irritiert an den Nordkurier gewandt hatten, veranlasste das Ordnungsamt umgehend das Abnehmen der Schilder. Begründung: Es gebe keine gesetzliche Grundlage, die einen Jagdpächter berechtige, solche Hinweise zu hängen. Die Untere Jagdbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald schickte dem Jäger für seine eigenmächtige Beschilderung der Waldwege noch eine Verwarnung hinterher.

In der Zunft der Wald- und Waidleute hat man für dieses Getöse wenig übrig. Auch wenn nach offizieller Lesart nach wie vor gesicherte, auf DNA-Analysen gestützte Nachweise fehlen – aus Sicht der Waidmänner führt der Wolf längst ein heimliches Dasein in der Region. Das zeigt ein aktueller Fall aus dem Umfeld von Basedow. Die Jäger wollten es wohl eigentlich disket handhaben. Doch jetzt macht doch ein Foto die Runde, das ein zerfleischtes Reh zeigt. Aufgenommen wurde das Bild in der Nähe von Stöckersoll. Und Jäger in der Region sind sich ziemlich einig: Das kann wohl nur ein Wolf angerichtet haben. Zumal in jenen Tagen das Wild in der Gegend sehr unruhig gewesen sei. Als letzter Beweis gelten für die Waidmänner Spuren im Schnee, die sie eindeutig als Wolfsfährten identifiziert haben wollen.

Kommentare (5)

Irgendwo muß "Jägerlatein" ja hergekommen sein. Allerdings müssen sich Jäger auch an geltendes Recht halten und dürfen nicht beliebig Bangemach-Schilder aufstellen. Auch wenn einer von ihnen eine tragende Rolle bei Rotkäppchen hatte.

Kann man mit Logik nicht erklären. Wie man weiß, stellen heimische Tierarten keine Gefahr für Menschen dar. Jäger sollten doch froh sein, dass sie nicht mehr länger benötigt werden. Sie haben sich doch der Hege und Pflege der Wälder verschrieben. Diese regulieren sich nach und nach wieder selbst, wenn genügend natürliche Raubtiere die Arbeit erledigen. Gesetze sollte man zum Schutz des Wolfes allerdings dahin gehend ändern, dass unverantwortliche Schafzüchter und andere Landwirte hart bestraft werden, wenn sie die Wölfe füttern und sich nachher noch als Opfer hinstellen. Man könnte sogar menschlich bewohnte Ortschaften platt machen um mehr Lebensraum für die wunderbaren Wölfe zu schaffen. Beim Zerstören geht es ja auch: Kohleabbau. Ach ich vergaß, es geht ja um Profit. Na dann, weg mit dem Wolf! Und den Trotteln, die auf der Kohle wohnen. Weg mit der Natur! Weg mit der Unterschicht! Hoch der Elite! (Nein, ich bin nicht Frau Merkel!!!)

Wenn man fürs Aufstellen von Hinweisschildern schon kriminalisiert wird.. Außerdem hat die Jägerschaft ohnehin selbst reagiert. Muss man aus jeder Mücke einen Elefanten machen? Die meisten Menschen wissen garnicht wieviel unserer verbliebenen Naturräume sie nur haben weil sich die Jäger dafür einsetzen.

lieber eine warnung mehr als ein zu wenig! wenn nicht die jäger, wer sonst, aber schon gar nicht der backhaus, weis wo sich der wolf herumtreibt. mit seinen klugen ratschlägen sieht man sich in ddr zeiten zurückversetzt. seine bevormundung ist unter aller sau. hoffentlich greift ihn mal solch ein tier an und er kann sich nicht mehr wehren mit seiner aggressiven art. verdient hat er es ja , warnungen vor dem wolfe gibt es zur genüge....ich meide jetzt jedenfalls die gegend des kummerower sees.

solche schilder haben für mich die gleiche hinweiskraft wie jetzt an den seen: betreten der eisflächen verboten!!! wenn das kind im brunnen ist, ist es meistens zu spät.