Verkehrsunfall sorgt für Empörung:

Zeugen führen Polizei zu gesuchtem Fahrer

Die Wellen in Demmin und in sozialen Netzwerken schlagen hoch nach einem Unfall in der Wollweber-straße. Dort wurde ein siebenjähriger Junge von einem Auto erfasst, nach dem Fahrer suchte die Polizei.

Froh, dass der Unfall für den siebenjährigen Emilian nicht schlimmer ausging, sind seine Mutter Nancy Deichen und seine große Schwester Renée. Foto: Georg Wagner
Froh, dass der Unfall für den siebenjährigen Emilian nicht schlimmer ausging, sind seine Mutter Nancy Deichen und seine große Schwester Renée. Foto: Georg Wagner

Denn was zunächst an Informationen vorlag, das klang nach einer Geschichte von Fahrerflucht gepaart mit anscheinend unfassbarer Gleichgültigkeit. Auf dem Weg nach Hause wollte der siebenjährige Emilian von der kurzen Treppe am Krankenhaus aus die Wollweberstraße überqueren. Obwohl er zuvor nach links und rechts geschaut habe, sei er vom Außenspiegel eines Autos, das von der Kreuzung an der Treptower Straße kam, am Kopf gestreift worden.

Seine Mutter Nancy Deichen rief die Polizei, als sie zu Hause die Verletzungen ihres Kindes bemerkte. Nachdem die Beamten die Aussagen aufgenommen und Fotos gemacht hatten, brachte sie ihren Sohn ins Krankenhaus. Dort wurde er nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. Eine Prellung im Gesicht, eine Platzwunde im Mund und ein lockerer Zahn zeugten noch am Tag danach von dem Zusammenstoß. Nach Polizeiangaben hatte der Fahrer des Unfallwagens zunächst seinen Außenspiegel gerichtet und war dann einfach weitergefahren.

Tempo 30 gefordert

Demminer reagierten am Freitag ebenso empört auf diese Nachricht wie User von sozialen Netzwerken. Völlig unverständlich sei ein derartiges Verhalten. Auch die Mutter des Kindes war ziemlich fassungslos. „So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gehört“, sagt sie, vermutet aber auch: „Ich glaube, der war auch schockiert.“

Offenbar war es nicht der erste derartige Unfall in der Wollweberstraße. Im vergangenen Jahr sei ein Mädchen angefahren worden und habe gleichfalls nur Glück gehabt, dass es nicht zu einer Tragödie kam, wissen Anwohner. Wegen der Örtlichkeiten mit Kita, Hort, Eisdiele würden dort immer wieder Kinder entlang toben, sagt ein anderer. „Da müsste man eigentlich Tempo 30 einführen.“

Unterdessen hatte die Suche der Polizei Erfolg. Aufgrund von Zeugenhinweisen wurde nach ihrer Auskunft am Freitag der Fahrer des Unfallwagens ermittelt. Laut Polizeiinspektion Neubrandenburg droht ihm nun eine Anzeige wegen Fahrerflucht und fahrlässiger Körperverletzung. Dem Vernehmen nach weichen die Angaben des Fahrers zum Geschehen aber stark von den ersten Informationen ab.

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