Suchmaschinen im Internet:

Alte Schulfreunde mit wenigen Klicks wiederfinden

Freunde fürs Leben sind selten. Oft begleiten sie uns während einer Lebensphase und verschwinden dann wieder aus dem Blickfeld. Viele Jahre später kommt vielleicht das Bedürfnis, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Das kann durchaus gelingen.

Was macht eigentlich der beste Freund aus Kindertagen heutzutage?
Silvia Marks Was macht eigentlich der beste Freund aus Kindertagen heutzutage?

Es sind oft ganz banale Umstände, die Freundschaften auseinander gehen lassen: „Als Kind und Jugendlicher ist man ständig mit Gleichaltrigen zusammen, die ähnliche Interessen haben. Freundschaften entstehen dabei ganz von allein“, sagt der Psychologe Horst Heidbrink, der an der Fern-Universität in Hagen zum Thema Soziale Beziehungen forscht. Doch wenn sich durch Berufseinstieg oder Familiengründung die Lebenswege in unterschiedliche Richtungen entwickeln, bleibt manche Freundschaft auf der Strecke. „Man verliert sich schleichend aus den Augen“, sagt Heidbrink – und weiß plötzlich nicht einmal mehr, wo der beste Freund aus Kindertagen jetzt wohnt.

Vergessen ist er trotzdem nicht: Im Alter, wenn Erinnerungen an früher ein stärkeres Gewicht bekommen, wird oft der Wunsch wach, die Freunde von damals wiederzusehen. „Das hat seinen Grund natürlich auch in der Tatsache, dass der Freundeskreis bei älteren Menschen meist immer kleiner wird“, sagt der Psychologe Wolfgang Krüger. Neue Freundschaften schließen sich nicht mehr so leicht. „Da entsinnen sich viele ihrer alten Freunde.“

Manchmal reicht schon eine Google-Abfrage

Die früheren Wegbegleiter ausfindig zu machen, ist dank des Internets deutlich einfacher geworden. Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Xing bieten sich für die Suche an, ebenso Angebote wie das Portal Stayfriends, das sich auf die Kontaktaufnahme zwischen früheren Schulkameraden spezialisiert hat.

Die Netzwerke verlangen allerdings in der Regel die Preisgabe persönlicher Daten. „Davor schrecken viele ältere Internetnutzer zurück“, beobachtet Marcel Plechaty, der am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg die Mediennutzung älterer Menschen untersucht. Sein Tipp für alle, die sich lieber anonym auf die Suche nach alten Bekannten begeben möchten: Auch mit einer einfachen Suchmaschinenabfrage lassen sich viele Menschen ausfindig machen – oder mit dem guten alten Telefonbuch, das für ganz Deutschland im Internet verfügbar ist.

Daneben besteht die Möglichkeit, sich „häppchenweise“ in Netzwerken zu präsentieren, sagt Tobias Arns, Experte für Social Media beim IT-Verband Bitkom. „Man gibt zunächst nur die allernötigsten Daten ein und wartet erst einmal ab, welche Kontakte auf diese Weise entstehen.“ Mit wachsender Sicherheit im Umgang mit dem Netzwerk lasse sich das Profil dann ausbauen.

Nicht immer lässt sich an alte Freundschaften anknüpfen

Und wenn die Adresse des lange vergessenen Schulfreundes endlich gefunden ist? „Dann fasst man sich einfach ein Herz und kontaktiert ihn“, rät Psychologe Krüger. In der Regel stelle sich recht schnell heraus, ob noch eine gemeinsame Basis besteht.

Können aus alten Freunden wieder neue Freunde werden? Das hängt auch von den Umständen ab, unter denen sie sich aus den Augen verloren haben: „Ist man im Streit auseinander gegangen, gibt es möglicherweise noch Dinge aufzuarbeiten“, sagt der Psychologe. Andererseits verliere so mancher Zwist über die Jahre seine Brisanz: „Einen Versuch ist es deshalb auf jeden Fall wert.“

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