Feinschliff für’s TV-Bild:

Am besten in Handarbeit

Satte Farben, knackige Kontraste – der beste Fernseher nützt nichts, wenn er schlecht eingestellt wird.

Was im Laden wirkt, ist daheim zu bunt.
Andrea Warnecke Was im Laden wirkt, ist daheim zu bunt.

Seltsam. Die Bildeinstellungen, die beim Elektronikhändler noch begeistern, bereiten daheim Kopfzerbrechen. Florian Friedrich vom Heimkino-Magazin „Audiovision“ kennt das Problem: „Im Laden sind die Geräte auf möglichst helle, scharfe, kontrastreiche und bunte Bilder getrimmt. Wie in der Werbung generiert das Aufmerksamkeit und kurbelt den Verkauf an.“

Daheim gelten andere Voraussetzungen. Friedrich rät deshalb zu einer neutralen Bildeinstellung des Fernsehers, um sehen zu können, was die Produzenten im Sinn hatten. Meistens seien Voreinstellungen wie „Kino“ oder „Hollywood“ die beste Ausgangsbasis. Präzisere Ergebnisse lassen sich mit Testbildern erzielen, die kostenlos im Internet heruntergeladen werden können. Per DVD oder USB-Stick landen diese auf dem TV-Bildschirm und gestatten es anhand verschiedener Sequenzen, Farbtemperatur, Farben sowie Helligkeit und Kontrast zu kalibrieren.

In dunklen und hellen Bildflächen sollten Details nicht untergehen. „Regeln Sie erst die Helligkeit, dann den Kontrast“, heißt es bei der Stiftung Warentest. Beim Farb-Set-up sollte man darauf achten, dass verschiedene Abstufungen einer Farbe erkennbar sind. Sind die Farben zu knallig, muss die Farbsättigung heruntergeschraubt werden. Die Schärfe sollte weder zu hoch noch zu niedrig eingestellt sein, sonst wirken entweder die Übergänge unnatürlich oder das gesamte Bild erscheint flau. Eine gute Orientierung bilden die äußeren Konturen, etwa an den Armen. Hier dürfen keine Zacken oder Schatten entstehen. Wird am Fernseher der Lichtsensor aktiviert, so passt sich der Bildeindruck der Umgebungshelligkeit an. Wird das Bild zu blass, arbeitet der Lichtsensor ungenau und sollte wieder deaktiviert werden.

Da eine Bildeinstellung meist nur für den aktuell genutzten Signalweg gilt, muss das Justieren für alle HDMI-Eingänge sowie für den Satelliten-, DVB-T- oder Kabelempfang separat vorgenommen werden.

Fast alle neuen Fernseher sind vollgestopft mit digitalen Bildverbesserern. Stefan Porteck von der Zeitschrift „c‘t“ rät, zunächst alle abzustellen, sie testweise einzeln zu aktivieren und zu beobachten, ob sie das Bild wirklich verbessern.

Florian Friedrich glaubt, dass Bildverbesserer generell nur dann erforderlich sind, wenn die Bildquelle Defizite hat. Bei der Zuspielung von Blu-ray könne man getrost alle Optionen ausschalten. Bislang gebe es aber noch keine Bildverbesserungsschaltungen, die nicht auch Nachteile mit sich brächten, sagt Friedrich.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung