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Bunt, schnell und mit Superkamera

Apple löst in diesem Herbst sein iPhone-Flaggschiff nicht durch einen Nachfolger ab, sondern durch zwei Modelle. Im Praxistest sieht man, dass Apple vor allem die Kamerafunktion verbessert hat. Ein Billighandy mit Apfel-Logo sucht man allerdings vergebens.

Die Kamerafunktion des iPhone 5s (rechts) hat Apple komplett überarbeitet.
Andrea Warnecke Die Kamerafunktion des iPhone 5s (rechts) hat Apple komplett überarbeitet.

Auf den ersten Blick könnte man das neue iPhone-Spitzenmodell 5s mit seinem Vorgänger verwechseln. Gleiche Form, gleiche Größe, nur etwas leichter. Doch nicht nur im Inneren des Geräts hat sich eine Menge getan. Unter den Neuerungen von Apple ragen zwei heraus: Zum einen hat das Team um Chefdesigner Jony Ive die Kamerafunktion entscheidend verbessert. Außerdem steckt unter dem Home-Button des iPhone 5s ein Fingerabdruckleser, mit dem Apple die Nutzer in die Lage versetzen möchte, bequemer ihre Daten auf dem Smartphone zu schützen.

Im iPhone 5s erreicht die eingebaute iSight-Kamera nun eine größere Blende von f/2.2, mit der das Smartphone auch abends bei Kerzenschein beeindruckend gute Fotos aufnehmen kann. Bei wenig Licht und ohne zugeschalteten Blitz nimmt das iPhone 5s vier Bilder hintereinander auf und fügt sie zu einem Motiv zusammen.

Blitz mit verschiedenen Weißtönen

Eine echte Innovation legt Apple mit dem neuen Doppelblitz vor, der aus zwei verschiedenfarbigen LEDs besteht. Damit kann das 5s je nach Bedarf die Farbtemperatur des Blitzes verändern und an die Umgebung anpassen. Dieses Feature gibt es derzeit noch nicht einmal bei ausgewachsenen Digitalkameras.

Eine Premiere bietet Apple außerdem mit einer neuen Zeitlupenfunktion für die Video-Aufnahme. In diesem Modus nimmt das 5s statt der üblichen 30 Bilder pro Sekunde 120 auf. Zwar sinkt dabei die Auflösung auf 720p. Das fällt aber immer noch in die Kategorie „High Definition“ (HD), während die Konkurrenz bei der Zeitlupe auf VGA-Niveau zurückschaltet.

Fingerabdruck wird erkannt

Schlagzeilen schon vor dem Marktstart machte der neue Fingerabdruckscanner, den Apple „Touch ID“ nennt. Die neue Funktion soll die Besitzer eines iPhones dazu bewegen, die Inhalte ihres Smartphones besser zu schützen. Der optionale Fingerabdruck ersetzt die Eingabe von PIN oder Passwort aber nicht komplett. Alle zwei Tage und bei wichtigen Systemeinstellungen verlangt das 5s auch bei aktivierter „Touch ID“ nach einer zusätzlichen Autorisierung über die Tastatur. Das Gerät kann die Abdrücke von bis zu fünf Fingern erfassen, so dass auch mehrere Personen auf ein Gerät zugreifen können.

Wie beim Vorgängermodell lässt sich Apple das Objekt der Begierde gut bezahlen. Ohne einen Vertrag kostet das iPhone 5s in der Variante mit 16 Gigabyte (GB) 699 Euro, für die Version mit 32 GB verlangt Apple 789 Euro, bei 64 GB 899 Euro. Das bunte Einsteigermodell 5c, das mit 16 und 32 Gigabyte angeboten wird, kostet jeweils 100 Euro weniger.