Was tun bei Cybermobbing:

Expertentipps speziell für Eltern

Wie können Eltern feststellen, dass ihre Kinder gemobbt werden? Gibt es spezielle Signale für Cybermobbing? Wo bekommen Mütter und Väter Hilfe? Eine Expertin meint - Kommunikation ist alles.

Birgit Grämke: Schuldzuweisungen gegenüber den Kindern helfen nicht.
privat Birgit Grämke: Schuldzuweisungen gegenüber den Kindern helfen nicht.

Was sollten Eltern tun, wenn ihre Kinder im Internet gemobbt werden? Mit Birgit Grämke von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung (Lakost), sprach Frank Wilhelm.

Woran merke ich, dass mein Kind im Netz gemobbt wird?

Das Kind zieht sich zurück, will oft nicht mehr zur Schule gehen oder wartet bis zum letzten Klingelzeichen. Schwermut und Trauer sind weitere Indizien. Die Besonderheit beim Cybermobbing: Jugendliche, die sonst immer am PC hängen, wollen plötzlich nicht mehr ins Netz.

Wie sollten sich Mütter und Väter verhalten?

Kommunikation ist das A und O. Schon vorher sollte man mit den Kindern über ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken sprechen - nach den Facebook-Freunden oder den Profilfotos fragen, die Kinder für die Gefahren des Netzes sensibilisieren. Fatal wären Reaktionen wie: Ich habe Dir doch gleich gesagt, das Internet ist Mist!

Internetkompetenz der Eltern schadet sicher auch nicht?

Man muss nicht selbst bei Facebook sein, aber zumindest wissen, wie das Netzwerk funktioniert.

Ist es nicht am besten, wenn ich mich als Mutter oder Vater als Freund meines Kindes bei Facebook anmelde?

Nicht unbedingt. Die jungen Leute wollen natürlich auch im Netz unter sich sein.

Wer ist der erste Ansprechpartner, wenn mein Kind im Netz gemobbt wird?

Der Klassenlehrer oder Schulsozialarbeiter. Auseinandersetzungen im Internet spiegeln in der Regel Konflikte des Alltags, also auch des Schulalltags wider.

Wann sollten Eltern die Polizei einschalten?

Wenn es klare Indizien für Erpressung gibt, also beispielsweise das Handy weg ist. Wichtig ist, möglichst alles zu dokumentieren: Mails, SMS, Twitter-Nachrichten und auch Facebook-Kommentare.

Wenn ich in der Schule nicht weiterkomme, wer kann mir noch helfen?

Beispielsweise die Präventionsbeamten bei der Polizei. Eltern können sich aber auch jederzeit an unsere Koordinierungsstelle wenden.

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