Handys im Flugzeug:

Grenzenloses Surfen über den Wolken

An Bord von Flugzeugen herrscht bisher weitgehend Ruhe. Während in Bahnen telefoniert werden kann, ist dies hoch oben in der Luft verboten. Dabei soll es auch bleiben – doch vieles wird sich ändern.

Bei Start und Landung müssen Telefone bald nicht mehr ausgestellt werden.
Paul Zinken Bei Start und Landung müssen Telefone bald nicht mehr ausgestellt werden.

Wenn die Flugbegleiter die Kabinentüre geschlossen haben, ist es vorbei mit der großen Freiheit über den Wolken. Mobiltelefone, Tablets und E-Reader müssen nicht nur jede Verbindung nach außen kappen, sondern auch abgeschaltet werden. Das wird nun anders. Am Montag präsentierte die Brüsseler Kommission ein Gutachten ihrer Experten von der EU-Agentur für Flugsicherheit (EASA). Ergebnis: In einem ersten Schritt dürfen elektronische Geräte auch bei Start und Landung eingeschaltet bleiben, vorausgesetzt sie senden und empfangen nicht.

„Was nicht sicher ist, sollte auch nicht erlaubt sein, aber was sicher ist, darf im Rahmen der Vorschriften benutzt werden“, erklärte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. „Heute machen wir den ersten Schritt hin zu einer sicheren Lockerung der Regeln für die Benutzung elektronischer Geräte.“

Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Schon am kommenden Donnerstag wird die amerikanische Telekomaufsicht FCC grünes Licht für das Telefonieren und Surfen während des Fluges geben. Handys und Computer, die über ein 3G- oder 4G-Netz ihre Verbindung aufbauen, könnten dann auch am Himmel benutzt werden. Vorausgesetzt das Flugzeug verfügt über eine entsprechende Bordelektronik. Denn der Nutzer klinkt sich über einen im Jet integrierten Hotspot ins Datennetz ein – zu entsprechend höheren Preisen.

Vielflieger sollen an Bord arbeiten dürfen

Die EU hinkt da noch etwas hinterher, will aber nachziehen. Verkehrskommissar Kallas gab den EASA-Fachleuten bereits den Auftrag, im nächsten Jahr technische Vorschriften zu erstellen, um auch während eines Fluges, online zu sein.

Vor allem Geschäftsreisenden will man die Möglichkeit einräumen, an Bord zu arbeiten. Nur eines wollen die Fluggesellschaften auch künftig nicht gestatten: Telefonieren. Als Grund gelten „überwältigende Vorbehalte“ der Kunden. Die fürchten um die bisher weitgehende Ruhe in der Kabine. „Wer unbedingt Anrufe tätigen möchte, kann dies mit dem fest installierten Satellitengerät tun“, sagte auch Lufthansa-Produktionschef Reinhold Huber.

Bislang galten die Strahlen der mobilen Geräte als potenzielle Gefahr für die Bordelektronik. Immer wieder kursierten Geschichten beispielsweise über die Beinahe-Katastrophe einer Alitalia-Maschine beim Anflug auf den Airport von Turin. Sie entging angeblich einem Absturz nur knapp, nachdem ein Handy den Autopiloten abgeschaltet haben soll. Wirklich belegbar waren diese Einflüsse allerdings nie. Nun ziehen die Flugtechniker Konsequenzen.

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