Von Internet bis Zusatz-Tool:

Individuelle Lösungen fürs Telefonieren zu Hause

In Privathaushalten sind fast nur noch schnurlose Telefone zu finden. Wer eine Neuanschaffung plant, muss mehr als den Preis und die Funktionen beachten.

Teurere DECT-Mobilteile, hier das SL930A von Gigaset erinnern eher an Smartphones für die Wohnung. Sie laufen mit dem Betriebssystem Android, haben Internetzugang und es lassen sich Apps installieren.
Gigaset Teurere DECT-Mobilteile, hier das SL930A von Gigaset erinnern eher an Smartphones für die Wohnung. Sie laufen mit dem Betriebssystem Android, haben Internetzugang und es lassen sich Apps installieren.

Noch vor 20 Jahren stand in den meisten Haushalten genau ein Kommunikationsgerät — das Posttelefon mit Wählscheibe oder Tasten. Heute kommt kaum noch ein Haushalt ohne Router aus. Und das Posttelefon wurde vom drahtlosen DECT-Telefon abgelöst.

Steht eine Neuanschaffung an, sollte man sich zunächst Gedanken machen, wie das neue Telefon genutzt wird, rät Martin Gobbin von der Stiftung Warentest. Das fange an mit der Frage, ob man einen Anrufbeantworter oder Komfortfunktionen wie Babyfon, VIP- oder Nachtmodus brauche. Geräte für reine Telefonie sind nicht teuer. „Ab 20 bis 40 Euro sind Sie mit einem Einsteigermodell dabei“, sagt Gobbin. „Diese Geräte können dann allerdings nur telefonieren.“ Wird das Telefon häufig benutzt, sind Anruflisten, viele Speicherplätze in der Wahlwiederholungsliste und ein großes Telefonbuch praktisch. „Ab 50 bis 60 Euro findet man schon gute Basisstationen mit Telefon“, ergänzt Marleen Frontzeck vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“.

Auch Telefone mit Apps möglich

Seit einigen Jahren gibt es DECT-Telefone mit Touchscreens und Internetzugang, die Smartphones zum Verwechseln ähnlich sehen. „Auf ihnen lassen sich auch Apps installieren“, erklärt Gobbin.

Der Nutzen dieser bis zu 200 Euro teuren Geräte ist allerdings zweifelhaft. „DECT-Telefone mit Android halte ich im Moment für unnötig“, sagt Frontzeck. In fast allen Haushalten seien bereits Smartphones und Computer online. In einem aktuellen Test der Stiftung Warentest fielen einige dieser DECT-Smartphones außerdem durch vergleichsweise schwache Sprachqualität auf.

Einzelgeräte oft teurer als Set

Je nach Nutzung können auch Zusatzfunktionen praktisch sein — etwa eine Unterstützung für Hörgerätträger, eine robuste Außenhülle oder ein Anschluss für Sprechgarnituren. „Man sollte sich auch überlegen, wie viele Mobilteile man braucht“, sagt Gobbin. Mehrere Einzelgeräte sind meist teurer als ein Set.

Steht die komplette Erneuerung der Anlage an, sollte auch der Router auf den Prüfstand. Längst können die Geräte mehr, als nur das Internetsignal zu verteilen. „Mit einer DECT-Basisstation wird der Router auch zur Telefonzentrale“, sagt Frontzeck. So lässt sich durch die richtige Auswahl ein Gerät einsparen. Wie beim Telefon sollte auch vorm Routerkauf geklärt werden, was das Gerät können muss.

Auf Stromverbrauch achten

Für die Kaufentscheidung sollte auch der Stromverbrauch eine Rolle spielen, denn die Geräte sind meist im Dauerbetrieb. Modelle, bei denen sich in der Nacht etwa das WLAN abstellen lässt, sparen Geld. Wer den Router als Telefonanlage nutzen will, sollte zudem auf Zukunftssicherheit achten, da Telefonanschlüsse auf IP-Technologie umgestellt werden. „Das Gerät sollte kompatibel sein, sonst muss eventuell ein Neugerät angeschafft werden“, sagt Frontzeck.

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Kommentare (1)

Im Artikel wurde nicht erwähnt dass es auch schnurlose Telefone gibt, die die Sendeleistung reduzieren oder im Standbybetrieb sogar fast ganz abschalten können und somit weniger Elektrosmog produzieren. Wer übrigens noch ältere schnurlose Telefone mit CT-Technik betreibt sollte sich schnellstens nach einem Ersatz umsehen da der Betrieb dieser Geräte schon seit ein paar Jahren verboten ist.