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Mit dem E-Schloss wird das Radeln demokratisiert

Wo war er nur, der vermaledeite Schlüssel? Noch schlimmer: Der Zahlencode für das Fahrradschloss ist weg. Solche Pannen könnten demnächst vermieden werden – mit einer elektronischen Version. Nichts weniger als das „Radfahren demokratisieren“ wollen die Erfinder.

Das Schloss erkennt die App und gibt das Rad frei.
Mesh Motion Das Schloss erkennt die App und gibt das Rad frei.

Freund Fritz braucht mal gerade ein Bike und deins steht herum. Einfach eine Freigabe gemailt und schon kann Fritz mithilfe seines Smartphones, dein Rad abschließen und lostreten. So wird Fahrradabschließen leicht gemacht, mit Bitlock, einem elektronischen Fahrradschloss. Bitlock ist eine Erfindung des kalifornischen Unternehmens Mesh Motion, das sich auf technisch effiziente Lösungen für Fahrräder, Autos, Motorräder und Busse spezialisiert hat.

Bei der Computer-Sicherung fürs Zweirad handelt es sich um ein Bügelschloss aus Stahl mit einem integrierten Sicherheitszylinder. Es ist wärme-, kälte- und hitzebeständig, etwa 10 x 20 Zentimeter groß. Allerdings bringt es knapp ein Kilogramm auf die Waage und ist somit nicht unbedingt ein Fliegengewicht unter den Fahrradschlössern.

Nur mit einem Knopfdruck das Rad abschließen

Dafür ist die Bedienung kinderleicht. Sofern man ein Smartphone und die dazugehörige Bitlock-App dabei hat. Das schlaue Fahrradschloss erkennt den Fahrradbesitzer bereits aus einem Meter Entfernung. Für das Öffnen des Schlosses muss der Radler, dank Bluetooth-Technologie noch nicht mal das Smartphone aus der Tasche kramen. Ein Knopfdruck am Fahrradschloss reicht aus. Und dem Losradeln steht nichts mehr im Wege.

Wie Opa noch meinte: Dinge, die mit „F“ anfangen, verborgt man nicht – etwa Füller oder Fahrrad. Um an vielen Orten mobil zu sein, ist Sharing – also Teilen – angesagt. Mit den kommerziellen Anbietern StadtRad in Hamburg oder Bahn&Bike in anderen Großstädten machen Touristen oder Studenten bereits gute Ausleih-Erfahrungen. Jetzt wird Bikesharing ganz privat möglich.

Info: Wie viele Kilometer gefahren wurden

Ein tolles Feature der Bitlock-App: Der Fahrradbesitzer kann Bekannten erlauben, mit seinem Fahrrad zu fahren, in dem der via App das E-Schloss öffnen kann. Darüber hinaus kann der Besitzer bestimmen, wo seine Freunde das Zweirad nach geradelter Strecke wieder abstellen müssen. Via GPS zeigt die Bitlock-App außerdem sämtliche gefahrenen Kilometer inklusive Kalorienverbrauch an. Für noch mehr Umweltbewusstsein wird zusätzlich noch die eingesparte Menge an CO2-Emissionen angezeigt.

Das Projekt wurde durch die Kampagne auf der Crowd-founding-Plattform Kickstarter vorfinanziert. Inzwischen haben die Entwickler Bitlock für serienreif erklärt. Das schlaue Schloss soll ab Juli 2014 in Produktion gehen. Für rund 160 Dollar ist es bereits auch in Orange, Grün oder fünf weiteren Farben im Internet zu ordern. Doch bis zum nächsten Sommer müssen Fahrradschlüssel noch gesucht werden.