Sexueller Missbrauch, Abzocke und Mobbing:

Mit Kindern offen über das Internet reden

Immer wieder stolpern Kinder über pornografische Seiten im Netz. Durch offene Gespräche können Eltern ihre Kinder schützen.

Oft stoßen Kinder ohne Absicht auf ungeeignete Inhalte im Internet. Eltern sollten dabei ruhig bleiben.
Silvia Marks Oft stoßen Kinder ohne Absicht auf ungeeignete Inhalte im Internet. Eltern sollten dabei ruhig bleiben.

Laut einer Studie der britischen Internet Watch Foundation landen 10 000 von 12 000 Facebook-Fotos von Jugendlichen innerhalb von vier Wochen auf pornografischen Webseiten. Davon bekommen die meisten beim Surfen nichts mit. Außerdem wüssten viele Kinder und Jugendliche gar nicht, wie sie sich dagegen schützen können, sagte Julia von Weiler, Geschäftsführerin der Kinder- und Jugendschutzorganisation Innocence in Danger in Berlin.

Von Weiler setzt auf frühe Sensibilisierung und Prävention durch Medienkompetenz. In der Grundschule haben Erwachsene noch die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Mit 13 oder 14 sei es oft schon zu spät dafür. „Die erste Hürde ist, ins Gespräch zu kommen.“ Kinder merken es, wenn es Eltern unangenehm ist, über Sex oder Pornografie im Internet zu reden. Von Weiler sieht die Gefahr, dass Kinder sich dann mit ihren Problemen nicht mehr an die Eltern wenden. „Prävention funktioniert nur dann, wenn Eltern Jugendliche und Kinder unterstützen und ihnen helfen.“ Statt wegzuschauen sei es wichtig, offen über problematische Seiten zu reden.

Sexuelle Anmache und der Austausch pornografischer Bilder und Videos sind nur zwei Gefahren im Internet. Auch Cybermobbing und Abzocke trifft Kinder und Jugendliche. „Das Internet ist das Tor zu einer aufregenden Welt – die kann aber auch gefährlich sein.“ Gemeinsam mit ihren Kindern können Eltern ein Internet-Abkommen schließen. Beide Seiten müssen sich an Regeln halten. Das Kind verspricht, sich vernünftig zu benehmen. Dafür dürfen die Eltern nicht einfach E-Mails lesen oder die Internetseiten kontrollieren.

Im Internet gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Kinder gelangen über Videos, Klingeltöne oder Links auf pornografische Seiten. Oft passiert das aber auch bewusst: „Das dritthäufigste Suchwort von Kindern bei Youtube ist Sex, das sechsthäufigste Porno“, erklärte von Weiler. Über Firewalls hätten Eltern die Möglichkeit, Seiten zu sperren. Gelangt das Kind auf verstörende Seiten, müssen Eltern Ruhe bewahren.