Wie in Beton gegossen:

PDFs bearbeiten und erstellen

Mit PDF-Editoren ist es leicht, Fehler auszubügeln. Doch die kosten Geld, oft zu viel Geld für Privatnutzer.

Bei größeren Änderungen helfen PDF-Werkzeuge oft nicht mehr weiter.
Franziska Koark/dpa Bei größeren Änderungen helfen PDF-Werkzeuge oft nicht mehr weiter.

Das Portable Document Format (PDF) war ursprünglich gar nicht zum Bearbeiten gedacht. Das Format wurde eingeführt, um ein Dokument zu erstellen, das auf jedem Endgerät identisch aussieht – unabhängig von Betriebssystem, installierten Schriften oder Druckertreibern. Alle Bestandteile wie Textpassagen, Bilder, Grafiken oder Tabellen bekommen einen festen Platz zugewiesen, so als wären sie in Beton gegossen.

Eingegossen ins PDF-Dokument sind dann aber leider auch übersehene Tippfehler oder Layoutunfälle in allen Ausprägungen. Das beflügelt den Wunsch nach direkter Bearbeitung eines PDFs. „Für schnelle Korrekturen oder wenn die Originaldatei nicht verfügbar ist, ist das häufig notwendig“, sagt Andrea Trinkwalder, Expertin für Anwendungssoftware bei der Zeitschrift „c‘t“. Mit dem Rekonstruieren der ursprünglichen Dokumente tun sich die Hersteller von PDF-Editoren aber immer noch schwer. „Aufgrund der technischen Grenzen kann man ein PDF nicht wie einen Text in Word bearbeiten.“

Trotz verbesserter Fehlerraten hapert es noch mit der Bearbeitung in PDF-Editoren in der Praxis. „Wenn es darum geht, ein Bild auszuwechseln oder einen Satz zu ändern, funktioniert das bei einigen Programmen gut“, erklärt Trinkwalder. Für die Bearbeitung mehrerer Absätze sollte man weiterhin die Originaldatei verwenden. Für die sprechen auch, dass solche Editoren Geld kosten – mitunter soviel, dass sie für Privatanwender nicht in Betracht kommen werden.

Infix PDF-Editor Professional 6 schneidet gut ab

In einem „c‘t“-Vergleich (Ausgabe 13/2013) schnitt in vielen Alltagsaufgaben Infix PDF-Editor Professional 6 von Iceni Technology (130 Euro) am zuverlässigsten ab. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis kennzeichnete den PDF-XChange Editor von Tracker Software (32 Euro). Für die Version 11 des deutlich teureren PDF-Pioniers Acrobat Professional von Adobe (665 Euro) sprach, dass es besonders gut die unterschiedlichen PDF-Standards einhält. Dennoch lässt sich weder mit dem Platzhirsch Adobe noch mit den Herausforderern das Layout eines PDF-Dokuments beliebig umgestalten.

Die PDF-Editoren können PDFs nicht nur bearbeiten, sondern auch erzeugen oder zusammenfügen. Sie vereinen also viele Prozessschritte unter einer Oberfläche und bieten dazu viele spezielle Funktionen. Bis auf das Bearbeiten sind aber für die meisten Funktionen Gratis-Tools verfügbar. „Wer kein Problem damit hat, verschiedene Werkzeuge einzusetzen, kann Geld sparen“, sagt Andrea Trinkwalder.

Dokumente als PDF zu exportieren, erlauben inzwischen alle gängigen Textprogramme wie Word, OpenOffice, LibreOffice, Writer oder Pages. Bieten Anwendungen das nicht an, lässt sich die Originaldatei zum Beispiel mit der Freeware PDFCreator von PDFForge über einen virtuellen Druckertreiber als PDF abspeichern. Das Zusammenfügen verschiedener PDF-Dateien oder das Aufsplitten einer PDF-Datei in mehrere, erlaubt etwa die Freeware PDFsam vom gleichnamigen Anbieter (früher PDF Split and Merge).