Ordnung auf dem Wohnzimmer-Tisch:

So sieht die perfekte Fernbedienung aus

Auf Wohnzimmertischen herrscht oft Chaos. Fernbedienungen für Fernseher, Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player und andere Geräte stapeln sich dort. Kann ein einziges Universalgerät Ordnung schaffen?

Die deutschen Fernsehzuschauer schauen im Schnitt pro Tag 242 Minuten in die Röhre. Da ist auch viel fernzubedienen.
Robert Schlesinger Die deutschen Fernsehzuschauer schauen im Schnitt pro Tag 242 Minuten in die Röhre. Da ist auch viel fernzubedienen.

Heimkino-Fernbedienungen haben ein klares Freizeit-Defizit. Allein die „Schaltolette“ für den Fernseher ist im bundesdeutschen Durchschnittshaushalt täglich 242 Minuten im Einsatz. Diese Sehdauer hat Media Control für alle Zuschauer ab 14 Jahren im ersten Halbjahr 2013 ermittelt. Jeder weiß aus Erfahrung: Vor dem TV nervt jeder Griff zu einer anderen Schalteinheit. Eine praktische Anschaffung ist deshalb die Universalfernbedienung.

„Bei den klassischen Infrarotfernbedienungen gibt es vorprogrammierte und lernfähige, solche mit und ohne LCD- beziehungsweise Touchscreen“, erklärt Roland Seibt, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift „Video“. Weit verbreitet seien vorprogrammierte Fernbedienungen. Diese haben insgesamt mehrere Tausend Infrarotbefehle für eine Vielzahl unterschiedlicher Gerätetypen und Hersteller gespeichert. Die Programmierung erfolgt über einen Zahlencode, wobei die jeweilige Tastenbelegung fest vorgegeben ist.

Lernfunktion über Infrarot

„Bei einigen Modellen funktioniert die Suche nach dem Code sogar semiautomatisch“, sagt der Experte. „Man drückt so lange die Powertaste der lernfähigen Fernbedienung, bis sich das Gerät einschaltet.“ Die Lernfunktion arbeitet über einen Infrarotempfänger, der die Befehle der Originalfernbedienung auswertet. Vorteil: Auf diese Weise können einzelne Tasten individuell angelernt werden.

Selbst bei den preiswerten vorprogrammierten Modellen stehen oft die Handbücher im Internet. Hier sollte man nachschauen, ob Codes für die gewünschten Geräte vorhanden sind. Die Preisspanne ist riesig: Ganz einfache Universalfernbedienungen sind bereits ab fünf Euro erhältlich, für voll programmierbare Luxusvarianten sind bis zu 500 Euro fällig. Wie viel man ausgeben will, ist eine Frage der persönlichen Ansprüche. Vernünftige Modelle mit farbigem Touchscreen gibt es ab etwa 60 Euro.

Konkurrenz vom Tablet oder Smartphone

Durch den Smartphone- und Tablet-Boom hat die klassische Fernbedienung Konkurrenz bekommen. Einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge setzt bereits jeder Zehnte seinen Tablet-Computer als Fernbedienung für Fernseher oder Musikanlage ein. In der Regel müssen die Apps des jeweiligen Herstellers verwendet werden. „Die sind deutlich komplexer, als für eine simple Bedienung nötig wäre“, nennt Seibt eine der Schwächen der noch jungen Steuermethode. Weiterer Nachteil: Die Apps funktionieren über Wlan, was zusammen mit dem aktiven Display arg am Akku des Tablets zehrt. Wer viel umschaltet, elektronisch Programmführer nutzt und Inhalte streamt, muss die Tablet-Fernbedienung schnell ans Netz hängen.

Außerdem bemängelt Seibt den fehlenden Komfort: „Es ist sehr anstrengend für die Augen, alle paar Sekunden auf das nahe Smartphone und den weit entfernten Fernseher zu fokussieren.“ Im Vergleich dazu sei das Handling von bis zu vier Fernbedienungen oder einer Universalfernbedienung deutlich schneller und bequemer. Erst bei weiterführenden Anwendungen seien Smartphone und Tablet dem klassischen Steuerstab überlegen.

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